Neues Eigenheim für die Familie – was gilt es beim Hausbau zu beachten

Neues Eigenheim für die Familie - was gilt es beim Hausbau zu beachten
Bei Familien mit Kindern steht der Traum vom eigenen Haus mit Garten weit oben auf der Wunschliste. Damit der Hausbau reibungslos abläuft und die Bauherren nicht überfordert, ist einiges zu beachten. Ebenso hat der Nachwuchs eigene Vorstellungen über die zukünftige Umgebung.

Das Eigenheim für die junge Familie – stressfrei ins neue zu Hause

Loriot hätte zum Thema Hausbau gesagt: Der Traum vom Eigenheim kann in Erfüllung gehen, muss er aber nicht. Ihr freut euch über das erste oder das zweite Kind und das Reich für eure Familie soll großzügiger werden? Spielmöglichkeiten für Kinder im eigenen Garten beschäftigen euch ebenso. Das Projekt Hausbau ist eine Förderung für den Zusammenhalt in der Familie. Gleichzeitig solltet ihr beachten, dass der Hausbau kein Mittel ist, eine kritische Beziehung in Ordnung zu bringen. Es handelt sich um ein herausforderndes Projekt mit neuen Problemstellungen.

 

Welches Haus können wir uns leisten?

Vor Jahren wurde die Wohnimmobilienkreditrichtlinie eingeführt. Inhalt ist, die langfristige Tragbarkeit der monatlichen Raten zu prüfen. Banken haben die gesamte voraussichtliche Laufzeit zu betrachten. Die Belastung muss selbst von der Rente zu tragen sein. So kalkuliert ihr sicher, bevor ihr nach dem für euch passenden Haus Ausschau haltet. Erstellt zunächst eine realistische Zusammenstellung aller Einnahmen und Ausgaben. Wenn ihr über einen längeren Zeitraum Miete zahlt, ist deren Höhe ebenfalls ein guter Indikator.

Den Betrag, den ihr für die Belastung aus einer Finanzierung für euer Eigenheim einkalkuliert, sollte 35 bis 40 Prozent des gesamten Einkommens nicht überschreiten. Beachtet bei der Zusammenstellung eurer Ausgaben, dass Nebenkosten für die Bewirtschaftung eures Zuhauses weiterhin anfallen. Kalkuliert hierzu einen Aufschlag für Rücklagen ein.

Nun steckt den Kostenrahmen für den Hausbau ab. Einsatz von Eigenkapital verringert nicht nur die notwendige Finanzierung. Auch die Konditionen bei der Bank werden besser. Wünschenswert sind rund 25 Prozent der Kosten, was nicht immer möglich ist. Zur Kostenaufstellung für den Hausbau gehört neben dem Grundstück und den Herstellungskosten die Grunderwerbssteuer, die je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 Prozent des Grundstückkaufpreises beträgt.

Notarkosten sowie Gerichtskosten für den Grundstückskaufvertrag und die Eintragung einer Grundschuld für die Bank machen sich mit 1,5 bis 2,5 Prozent bemerkbar. Ist ein Makler für das Grundstück eingeschaltet, ist in der Regel mit 3,6 Prozent Courtage zu rechnen. Während der Bauphase zahlt ihr Miete und habt Zinsen für die ausgezahlten Mittel aus der Finanzierung aufzubringen. Hierzu solltet ihr Rücklagen einplanen, damit die Doppelbelastung tragbar ist.

Selbst mit wenig Eigenkapital sind aktuell Finanzierungen mit 20 Jahre Zinssicherheit für unter zwei Prozent zu haben. Um euren Rahmen für den Hausbau abzustecken, plant zuzüglich zwei Prozent anfänglicher Tilgung ein. Pro 100.000 Euro Darlehenssumme kommt ihr derzeit auf eine monatliche Belastung von rund 330 Euro.

 

Mit der optimalen Finanzierung im neuen Haus ruhig schlafen

Eine lange Zinsfestschreibung sichert langfristig die monatliche Belastung. Einige Institute bieten Festschreibungen über die gesamte Laufzeit an. Fragt euch jedoch vorher, ob ihr während der Laufzeit Sondertilgungen einbringen könnt, um Sondertilgungen zu leisten. Der richtige Mix zeichnet die optimale Finanzierung aus. Zur Gestaltung stehen euch folgende Darlehensarten zur Verfügung:

  • Volltilgerdarlehen (gleichbleibende Rate)
  • Darlehen mit Zinsfestschreibungen
  • variables Darlehen (für flexible Sondertilgungen)
  • Förderung für das Eigenheim von der KfW
  • Förderung für Familien vom Land
  • Riester Darlehen als Förderung für die Altersvorsorge

Die Prüfung möglicher Fördermittel für euer Haus gehört zur qualifizierten Finanzierungsberatung. Umfangreiche Förderprogramme werden von der KfW (www.kfw.de) angeboten. Interessant sind die Förderungen für energetische Maßnahmen. Einige Haushersteller werben damit, die Voraussetzungen zu erfüllen. Die Bundesländer stellen Förderungen für Familien innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen zur Verfügung.

Habt ihr einen Riestervertrag angespart? Das Eigenheim macht es möglich, diese Förderungen für den Hausbau einzusetzen. Das staatliche Baukindergeld für eure unter 18-jährigen Kinder im Haushalt beschert euch 10 Jahre lang 1.200 Euro zusätzlich in der Haushaltskasse. Voraussetzung: maximal 75.000 Euro zu versteuerndes Einkommen zuzüglich 15.000 Euro pro Kind.

 

Lage und Bauart entscheiden, wie groß die Wünsche sein dürfen

“Das Einfamilienhaus in der Stadt ist für viele unerschwinglich. Gemeinden außerhalb der Ballungszentren locken mit günstigen Grundstückspreisen”, so die Aussage der Firma Immoxander Immobilienmakler München. Ist der Wunsch nach freier Natur bei euch stark ausgeprägt, ist das eine Möglichkeit. Entscheidend ist der Weg zur Arbeit. Ist die Tätigkeit teilweise im Homeoffice zu erledigen? Wie weit ist der Weg zur Arbeitsstelle und wie hoch sind die Fahrtkosten?

Der konventionelle Bau mit individueller Planung vom Architekten mag die Förderung für alle kreativen Ansätze sein. Die Finanzierung vom Eigenheim stößt jedoch an Grenzen, wenn die Wirtschaftlichkeit außer Acht bleibt. Bei Fertighäusern ist die Förderung für das KfW-Effizienzhaus schon gegeben. Und Gedanken über eine durchdachte Grundrissgestaltung haben sich Profis bei vorliegenden Planungen bereits gemacht. Wie können Räume unter Treppen genutzt werden? Ist durch Einbauschränke die Wohnfläche von eurem Haus reduzieren? Über niedrige Energiekosten freut ihr euch noch Jahre nach dem Einzug. Stromkosten werden durch eine Fotovoltaikanlage reduziert. Die niedrigen Betriebskosten einer Wärmepumpe sparen ebenso bei euren laufenden Kosten.

 

Während der Bauphase den Überblick behalten

Ist der vom Architekten eingereichte Bauantrag für euer Haus genehmigt, geht es an die Vergabe der einzelnen Gewerke. Das ist deutlich überschaubarer, wenn ihr mit einem Fertighaushersteller oder Generalunternehmer arbeitet. Ihr habt dann einen Ansprechpartner. Bauherrenhaftpflicht und eine Gebäudeversicherung sind Standard. Beachtet laufend den Fortschritt auf der Baustelle, auch wenn der Bauleiter sich darum kümmert. Excelvorlagen aus dem Internet erleichtern euch die Kostenkontrolle. Sind alle Arbeiten am und im Haus erledigt, kann die Baubehörde zwecks Abnahme informiert werden.

Fit für den Umzug. Geht ihr planvoll vor und baut ein Haus innerhalb eurer Möglichkeiten, macht selbst der Umzug Spaß!