Elektrosmog im Kinderzimmer: So bleiben Kinder von der schädlichen Strahlung verschont

Elektrosmog im Kinderzimmer

Elektrosmog im Kinderzimmer: So bleiben Kinder von der schädlichen Strahlung verschont

Elektrizität hat inzwischen jeden Lebensbereich durchdrungen und macht den Alltag leichter, komfortabler und vielfach auch sicherer. Eine unangenehme Begleiterscheinung vieler elektrischer Geräte ist der Elektrosmog, eine gesundheitsschädliche Strahlung, die von allen elektronisch betriebenen Alltagsgegenständen ausgeht. Auch im Kinderzimmer ist der Elektrosmog längst zu Hause. Mit dem nötigen Hintergrundwissen können Eltern die gesundheitsschädliche Strahlung aber auf ein Minimum reduzieren.

 

Was macht den Elektrosmog so gefährlich?

Der Begriff Elektrosmog ist nicht neu und ebenso wenig sind es die Warnungen vor seinen gesundheitsschädlichen Auswirkungen. Elektrosmog ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche elektromagnetische Strahlungen und Felder, die durch die Nutzung elektronischer Geräte entstehen und im Alltag nahezu überall auf den Menschen einwirken.

Forscher haben Elektrosmog schon vor Jahren mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Zusammenhang gebracht. Inwiefern elektromagnetische Störungen aber tatsächlich auf den Organismus wirken, wie stark sie sein müssen, um Gesundheitsschäden hervorzurufen und mit welchen Auswirkungen zu rechnen ist, konnte bislang allerdings auch in zahlreichen Studien nicht zufriedenstellend und wissenschaftlich eindeutig geklärt werden. Mediziner gehen davon aus, dass Menschen unterschiedlich auf elektromagnetische Strahlungen reagieren, und zwar in Abhängigkeit von ihrer gesundheitlichen Grundveranlagung.

Mögliche Symptome können chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kreislaufstörungen und Schwindelgefühl oder Übelkeit sein. Bei Kindern stehen auch Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Tinnitus, Hyperaktivität und Gedächtnisstörungen auf der Liste der möglichen Symptome. Um die Beschwerden tatsächlich auf elektromagnetische Strahlung zurückführen zu können, ist es allerdings erforderlich, alle andere möglichen Ursachen medizinisch eindeutig auszuschließen.

Vor einigen Jahren wurde Elektrosmog in der Wissenschaft noch im Zusammenhang mit Krebserkrankungen diskutiert. Onkologen vermuteten einen Zusammenhang zwischen der Entstehung verschiedener Krebsformen wie Leukämie oder Gehirntumoren und den Strahlungen durch Hochspannungsleitungen oder Handys. 2019 gab das Deutsche Krebsforschungszentrum jedoch bekannt:

 

„Weder hochfrequente noch niederfrequente Felder sind stark genug, um Atome und Moleküle direkt zu verändern. Das schaffen nur die energiereicheren UV-Strahlen sowie Röntgen- und Gammastrahlen. Das heißt auch: Elektromagnetische Felder können die Erbinformation in Zellen nicht so schädigen, dass Krebs entsteht.“ (Quelle: https://www.krebsinformationsdienst.de)

 

Eine grundsätzliche gesundheitsschädliche Wirkung von elektromagnetischer Strahlung kann trotzdem nach wie vor nicht ausreichend wissenschaftlich ausgeschlossen werden. Eine vollumfängliche Abschottung vor elektromagnetischen Feldern ist im heutigen Alltag kaum möglich. Vor allem im Kinderzimmer können Eltern allerdings darauf achten, die Belastung so gering wie möglich zu halten, indem der Einsatz von elektronischen Geräten bewusst erfolgt.

 

Elektrosmog durchs Babyphone

Wenn es um Sicherheit im Kinderzimmer geht, vertrauen Eltern gerne auf das Babyphone. Die kleinen Helfer machen es möglich, Babys Schlaf aus dem Nebenzimmer akustisch oder zusätzlich mit Bildübertragung zu überwachen. Aus dem sicheren Kinderzimmer ist das Babyphone nicht wegzudenken, doch auch dieses Gerät verursacht elektromagnetische Strahlung, die sich auf das Baby auswirken kann. Beim Kauf des passenden Modells sollten deshalb einige Aspekte berücksichtigt werden.

Digitale Geräte garantieren eine störungsfreie Übertragung von Geräuschen und Bildern bei hoher Reichweite. Sie geben aber auch die stärkste elektromagnetische Strahlung ab. Um die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten, können Eltern zu einem analogen Babyphone greifen. Wer auf die Vorteile einer digitalen Übertragungstechnik nicht verzichten möchte, kann die Strahlenbelastung auch auf anderem Wege minimieren:

 

  • Das Senderteil im Kinderzimmer sollte über einen Akku betrieben werden. So fällt die elektromagnetische Strahlung des Netzteils weg. Geräte, die mit einem Stecker über die Steckdose versorgt werden, sollten mit einem Schukostecker versehen sein, der das Netzteil zuverlässig abschirmt.
  • Das Babyphone sollte so weit wie möglich vom Kind entfernt positioniert werden.
  • Das Gerät sollte über eine Einschaltautomatik verfügen, die das Gerät nur aktiviert, wenn ein Geräusch empfangen wird.
  • Zusatzfeatures wie die Reichweitenkontrolle oder eine beleuchtete Ladestandsanzeige sollten deaktivierbar sein. Sie verursachen zusätzliche Strahlung und können ausgeschaltet bleiben, wenn sie nicht unbedingt benötigt werden.
  • Ideal sind Modelle, die über einen ECO-Modus verfügen. Dabei wird die Sendeleistung des Gerätes auf das erforderliche Minimum reduziert. So lässt sich nicht nur Energie sparen, sondern auch die elektromagnetische Strahlung minimieren. Moderne Geräte verfügen häufig auch über einen Full-ECO-Modus, der nicht nur die Sendeleistung reduziert, sondern auch Zusatzfeatures wie die Reichweitenkontrolle automatisch abschaltet, wenn sie nicht benötigt werden.

Die richtige Beleuchtung installieren

Die richtige Beleuchtung installieren

Die richtige Beleuchtung ist im Kinderzimmer ein wichtiges Thema. Es sollte möglich sein, zwischen hellem Licht beim Spielen und indirektem oder gedimmtem Licht für Ruhephasen und die abendliche Routine zu wechseln. Auch bei der Minimierung von Elektrosmog kann die richtige Beleuchtung einen wichtigen Beitrag leisten.

Energiesparlampen gehören nicht ins Kinderzimmer. Sie geben eine elektromagnetische Strahlung ab, die noch stärker ist als die eines Computerbildschirmes. Darüber hinaus ist die Leuchtkraft von Energiesparlampen meist nicht zufriedenstellend.

Auch LED-Lampen sind im Kinderzimmer nur bedingt empfehlenswert. Sie geben ebenfalls eine starke elektromagnetische Strahlung ab und sollten keinesfalls in unmittelbarer Nähe zum Kind zum Einsatz kommen, wie etwa auf dem Nachttisch, als Nachtlicht oder am Schreibtisch. Ein weiterer Minuspunkt der LED-Lampen ist ihr meist kaltes Licht, das sich negativ auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken kann. Eine kalte, bläuliche Lichtfarbe blockiert im Gehirn die Ausschüttung von Melatonin, das erforderlich ist, um einen gesunden und erholsamen Schlaf zu erreichen. Deshalb sollten Leuchtmittel im Kinderzimmer in einer warmen Lichtfarbe gewählt werden.

Eine gute Alternative für die Beleuchtung im Kinderzimmer sind Halogenlampen in einer warmen Lichtfarbe. Sie schaffen ausreichend Helligkeit und weisen eine geringe elektromagnetische Strahlung auf.

Bei Nachtlichtern sollten Eltern darauf achten, dass die Leuchtintensität gering ist und eine warme Lichtfarbe erreicht wird. Ideal sind Modelle, bei denen sich Helligkeit, Lichtfarbe und Lichttemperatur regulieren lassen. Da Nachtlichtern häufig in der Nähe des Kindes platziert werden, sind Geräte mit Akku zu bevorzugen. Ist ein Netzbetrieb erforderlich, sollte nur ein Netzteil mit Schukostecker zum Einsatz kommen.

 

Öfter mal den Stecker ziehen

Vor allem nachts ist eine elektrosmogarme Umgebung wichtig. Starke elektromagnetische Wellen können den gesunden Schlaf stören und sollten auf ein Minimum reduziert werden.

Das bedeutet, dass elektronische Geräte wie Smartphone und Tablet, Musikspieler oder Laptop nachts am besten aus dem Kinderzimmer entfernt werden. Bei Geräten, die nicht einfach weggelegt werden können, hilft Stecker ziehen. Besitzt das Kind bereits eine eigene Stereoanlage, einen Fernseher, einen Computer oder andere elektronische Geräte, sollten diese nachts vom Strom getrennt werden. Wenn es die räumlichen Möglichkeiten zulassen, ist es gesünder, ein separates Zimmer für Unterhaltungsmedien einzurichten, das Kinder tagsüber für befristete Zeiträume nutzen können.

Mehrfachsteckdosen sollte nie in unmittelbarer Nähe zum Kind installiert werden, wie zum Beispiel unter dem Bett oder am Nachttisch. Sie erzeugen eine starke elektromagnetische Strahlung. Steckdosen mit Schalter können deaktiviert werden, wenn sie gerade nicht benötigt werden. Auch der Standby-Knopf an elektronischen Geräten sollte nachts nicht mehr aktiv sein. Ein gesunder Tipp für die ganze Familie ist auch die Abschaltung des WLAN. Wenn die funkgesteuerte Internetverbindung nicht benötigt wird, sollte sie getrost abgeschaltet werden. Das minimiert nicht nur elektromagnetische Felder in der gesamten Wohnung, sondern verhindert auch, dass die Kleinen zu viel Zeit mit elektronischen Unterhaltungsmedien verbringen. Vor allem in der Nacht wird das WLAN meist nicht gebraucht und muss nicht aktiv bleiben.

Die beste Lösung für erholsamen Schlaf ohne elektromagnetische Felder ist allerdings: Stecker ziehen und alle elektronischen Kleingeräte aus dem Kinderzimmer verbannen.

 

 

Bildquelle:

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