Vasektomie (Sterilisation des Mannes) – wenn die Kinderplanung beendet ist

Vasektomie (Sterilisation des Mannes) - wenn die Kinderplanung beendet ist

Vasektomie (Sterilisation des Mannes) – wenn die Kinderplanung beendet ist

Du bist Vater und hast die Gedanken im Kopf dich sterilisieren zu lassen? Dann bist du nicht allein. Viele Familienväter denken über diese Methode der Verhütung nach. Wenn du dich informieren möchtest, bist du hier richtig. Wir haben dir nachfolgend alle wichtigen Informationen zusammengetragen. Was es nach dem Eingriff zu beachten gibt, ob dieser schmerzhaft ist und mit welchen Kosten zu rechnen ist, erfährst du jetzt.

 

Was genau ist eine Vasektomie?

Die Vasektomie wird in Fachkreisen als Vasosektion und im Volksmund als Sterilisation bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Verhütungsmethode für den Mann, welche mittels operativem Eingriff an dessen Körper möglich ist. Der vergleichsweise kleine Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt, wobei eine örtliche Betäubung ausreichend ist. Eine Sterilisation ist zudem äußerst risikoarm, weshalb Patienten unbesorgt sein können.

 

Was soll mit dem Eingriff bezweckt werden?

Ziel beim Sterilisieren ist es, den Spermien-Transport zu unterbrechen. Kommt es im Rahmen des Geschlechtsverkehrs zu einer Ejakulation, können die Spermien nicht aus dem männlichen Körper und in den weiblichen Körper gelangen. Eine potenzielle Schwangerschaft kann damit ausgeschlossen werden.

 

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Wenn keine medizinischen Gründe vorliegen, du dich dennoch dafür entscheidest dich sterilisieren zu lassen, musst du die Kosten dafür selbst tragen. Finanzielle Unterstützung durch die Krankenkasse ist in diesem Fall nicht zu erwarten. Der Preis unterscheidet sich von Praxis zu Praxis, liegt in der Regel aber zwischen 450 und 500 EUR. Wichtig ist, dass du dich im Vorfeld ausführlich beraten lässt. Dabei solltest du bei deinem Arzt erfragen, ob alle Kosten im Preis enthalten sind. Das gilt vor allem für die anstehenden Kontrolluntersuchungen, welche nach der OP erforderlich sind.

 

Wird eine Vasektomie von der Krankenkasse bezahlt?

Damit die Kosten für das Sterilisieren von der Krankenkasse übernommen werden, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Zum einen muss es sich bei der Vasektomie um eine medizinische Notwendigkeit handeln. Dazu ist ein ärztliches Gutachten erforderlich, welches diese Angemessenheit bejaht. Darüber hinaus musst du nachweisen können, dass keine Möglichkeit für dich und deine Partnerin besteht, eine andere sichere Verhütungsmethode anzuwenden.

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben und du hast dich im Zuge der persönlichen Lebensplanung für die Sterilisation entschieden, zahlt der Versicherer nicht und du wirst selbst zur Kasse gebeten. Anders verhält es sich, wenn du Sozialleistungen beziehst. Sofern die Voraussetzungen zur sogenannten Gesundheitshilfe erfüllt sind, kannst du beim Sozialamt einen Antrag auf Kostenübernahme, im Sinne der “Hilfe bei Sterilisation” stellen.

 

Wie schmerzhaft ist eine Vasektomie?

Die Sterilisation wird in der Regel ambulant von einem Urologen und unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Dabei treten für gewöhnlich nur geringe Schmerzen auf. Mit der Lokalanästhesie wird sichergestellt, dass du kaum etwas spürst, während die Haut des Hodensacks eröffnet wird. Dazu setzt der Arzt links und rechts jeweils einen kleinen Schnitt, um die Samenleiter zu durchtrennen.

 

Was ist nach einer Vasektomie zu beachten?

Sobald du den Eingriff gut überstanden hast, heißt es: schonen. Dabei solltest du die betroffene Stelle ausreichend kühlen. Im Idealfall hast du dir ein paar Tage freigenommen, um dich voll und ganz deinem Genesungsprozess zu widmen. Viele Männer berichten von einem leichten Ziehen im Hodensack, welches sich nach zwei bis drei Tagen wieder eingestellt hat. Sofern die Sterilisation von einem kompetenten und erfahrenen Mediziner fachgerecht durchgeführt wurde, sind Komplikationen wie zum Beispiel Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen, so gut wie ausgeschlossen. In der ersten Woche nach der OP solltest du auf körperliche Anstrengungen verzichten. Das betrifft insbesondere sportliche Aktivitäten und Geschlechtsverkehr.

 

Wie sieht das Ejakulat aus, wenn man sterilisiert ist?

Die Veränderungen des Ejakulats nach dem Sterilisieren, sind sehr gering. Es enthält zwar keine Spermien mehr, weist sonst aber keinen Abweichungen von den gewohnten Eigenschaften auf. Geschmack, Geruch, Aussehen und Volumen bleiben unverändert. Lediglich die Konsistenz gestaltet sich hinterher als etwas wässriger.

 

Wie lange kann es nach einer Vasektomie dauern bis Mann unfruchtbar ist? Muss man noch verhüten?

Die Verhütung spielt auch nach dem Eingriff noch eine entscheidende Rolle. Zumindest für einen kurzen Zeitraum. In den oberen Abschnitten der Samenleiter schwimmen nach wie vor zahlreiche Spermien, welche der Körper erst einmal loswerden muss. Du bist also noch einige Wochen nach der Sterilisation fruchtbar und solltest währenddessen auf eine alternative Verhütungsmethode zurückgreifen. Für gewöhnlich sind ca. 20 Samenergüsse erforderlich, um die verbliebenen Spermien auszuscheiden.

 

Kann man nach einer Vasektomie noch Kinder zeugen?

Bei der Sterilisation handelt es sich um eine Operation, welche das Ziel der definitiven Empfängnisverhütung verfolgt. So, wie es auch bei einer Ligatur der Eileiter, also der weiblichen Sterilisation umgesetzt wird. Auf natürliche Weise bist du nach dem Eingriff nicht mehr zeugungsfähig, weshalb du dir dieses Vorhaben reiflich überlegen solltest. Es handelt sich um eine äußerst wirksame Methode, eine Empfängnis zu verhüten. Allerdings lässt sich die Vasektomie umkehren, beziehungsweise rückgängig machen. Der dafür erforderliche Eingriff ist ungleich kompliziert wie die ursprüngliche Operation, um die Samenleiter zu durchtrennen.

 

Nimmt die Vasektomie Einfluss auf das weitere Sexleben?

Die Operation verändert das Ejakulat lediglich in der Zusammensetzung und etwas in der Konsistenz. Es enthält anschließend keine Spermien mehr und weist nur noch das Prostata-Sekret und die Flüssigkeit aus der Samenblase auf. Die Menge der Spermien im Ejakulat macht nur rund fünf Prozent aus. Das Volumen verändert sich somit nicht. Auch das Lustempfinden, die Erektion und der sexuelle Höhepunkt bleiben davon unberührt.