So wichtig ist eine frühe und gesunde Eltern-Kind-Bindung

So wichtig ist eine frühe und gesunde Eltern-Kind-Bindung

So wichtig ist eine frühe und gesunde Eltern-Kind-Bindung

Dreh- und Angelpunkt einem guten Auskommen zwischen Eltern und Kind ist die Bindung zwischen ihnen. Das kindliche Bindungsverhalten richtet sich nach dem angeborenen Bedürfnis nach Geborgenheit. Kinder brauchen, um für ihr geistiges und körperliches Wohlergehen zu sorgen neben etwas zu Essen und etwas Schönes zum Anziehen wie einen selbst bedruckten Baby Body vor allem körperliche Nähe und Zuwendung. Dieses Bedürfnis nach Nähe, Zuwendung und Geborgenheit vereint man in dem wissenschaftlichen Begriff des Bindungsverhaltens.

Bei den meisten Säugetieren entsteht die Bindung zum Muttertier durch verschiedene hormonelle und neuropsychologische Mechanismen. Zwar sind diese auch Mitspieler bei der menschlichen Bindung, ihnen ist aber nur eine kleine Bedeutung zuzuordnen. Wesentlich wichtiger im menschlichen Bindungsverhalten sind die gemeinsamen Erlebnisse. Vor allem in den ersten Lebenswochen binden sich Säuglinge an jene Menschen, die sich um sie kümmern. So entsteht langsam eine Vertrautheit, die sich im ersten Lebensjahr zu einer starken Bindung entwickelt, die von einer körperlichen und emotionalen Abhängigkeit des Kindes verbunden ist. Durch die immer stärker werdende Bindung zwischen Kind und Bezugsperson entstehen auch typische Verhaltensmuster auf Seiten des Kindes wie Trennungsangst oder Fremdeln.

 

Tipps für das Aufbauen einer gesunden Eltern-Kind-Bindung

Wie schnell und wie stark sich ein Kind an eine Bezugsperson bindet, hängt vor allem von der Länge und Intensität der miteinander verbrachen Zeit ab. Es gibt keine pauschale Anzahl an Stunden, die man als Elternteil täglich mit seinem Kind verbringen soll, damit sich eine innige Bindung aufbaut. Zudem ist die Qualität der gemeinsamen Zeit wesentlich wichtiger als die Länge. Zudem braucht jedes Kind, abhängig von seiner individuellen Persönlichkeit eine unterschiedlich lange und intensive Zeit um sich an eine Bezugsperson zu binden.

Wie auch im Erwachsenenalter vertrauen manche Charaktere schneller, manche eher zaghaft. Ist die Bindung zwischen Eltern und Kind einmal hergestellt, ist diese nicht unauflösbar. Wie an jeder Beziehung muss auch an dieser intensiv gearbeitet werden, um sie aufrechtzuerhalten. Die emotionale Bindung an eine Bezugsperson ist nicht nur wichtig, damit das Kind auf der emotional-sozialen Ebene reifen kann.

Gerade bei der Erziehung spielt die Bindung eine wichtige Rolle. Paart man als Elternteil eine emotionale Bindung mit einer konsequenten erzieherischen Grundhaltung, kann man den Grundstein für ein angenehmes Eltern-Kind-Klima legen. Die Zeit der intensiven Bindung und Bindungsbereitschaft des Kindes besteht bis zum zweiten Lebensjahr. Danach nimmt sie kontinuierlich ab, da das Kind sich nun auch vermehrt an andere Kinder, aber auch Vorbilder wie ErzieherInnen und LehrerInnen bindet. In der Pubertät findet schließlich eine Ablösung vom Elternhaus statt, wo das Kind sich aus der emotionalen Abhängigkeit zu den Eltern lösen.

 

Wie erkennt man die Stärke der kindlichen Bindung?

Der englische Kinderpsychiater John Bowlby stellte bereits in den 1950ern eine Bindungstheorie auf, anhand derer man erkennen kann, wie sicher oder unsicher ein Kind an seine Eltern oder andere Bezugspersonen gebunden ist. Er unterscheidet vier verschiedene Bindungstypen:

  • Sicheres Bindungsmuster: Ein sicher gebundenes Kind vertraut auf die Zuverlässigkeit der Bezugsperson. In seiner Gegenwart widmet es sich ungestört dem Explorieren. Sollte es zu einer Trennung des Kindes und der Bezugsperson kommen, zeigt das Kind dies deutlich durch Stress und es lässt sich auch von anderen Erwachsenen nicht trösten. Kehrt die Bezugsperson zurück, such das Kind ganz offensichtlich Körperkontakt und Zuwendung. Nach kurzer Zeit ist das Kind wieder vollkommen entspannt und widmet sich wiederum seiner Umgebung.
  • Unsicher-vermeidendes Bindungsmuster: Ein unsicher gebundenes Kind nimmt scheinbar kaum Notiz von der Abwesenheit seiner Bezugsperson. Es exploriert weiter und lässt sich auch von einer fremden Person gut bespaßen. Dies wirkt zwar von außen sehr bequem, da das Kind nicht sofort anfängt zu quengeln, auch wenn es wenige Minuten mit einer fremden Person allein ist, jedoch ist ein unsicher gebundenes Kind meist hohem emotionalen Stress ausgesetzt. Das Kind scheint von seiner Bezugsperson schon etliche Zurückweisungen erfahren haben, und hat somit keinerlei vertrauen mehr zu ihr.
  • Unsicher-ambivalentes Bindungsmuster: Dass ein Kind unsicher-ambivalent gebunden ist, äußert sich vor allem daran, dass das Kind auch in Beisein seiner Bezugsperson nicht unbeschwert Explorieren kann. Die Bezugsperson ist für das Kind nicht durchschaubar und handelt unberechenbar. Dies spiegelt sich auch im Verhalten des Kindes wieder, das Annäherungsversuche der Bezugsperson oft durch Widerstand oder Wut abblockt.
  • Unsicher-desorganisiertes Bindungsmuster: Ein unsicher desorganisiertes Kind zeigt kein eindeutiges Verhaltensmuster, das sich wie ein roter Faden durch die Interaktion mit der Bezugsperson zieht. Dieses Bindungsmuster ist wie eine Zwischenform der beiden unsicheren Bindungsmuster zu verstehen.