Raus aus dem Kindergarten, rein in die Grundschule, von Schuluntersuchung bis Vorbereitung- was müssen Eltern beachten?

Raus aus dem Kindergarten, rein in die Grundschule, von Schuluntersuchung bis Vorbereitung- was müssen Eltern beachten?

Raus aus dem Kindergarten, rein in die Grundschule, von Schuluntersuchung bis Vorbereitung- was müssen Eltern beachten?

Wie entwickelt sich mein Kind oder wie hat es sich bereits entwickelt?

Zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahr, also kurz vor Schuleintritt, vollzieht das Kind noch einmal einen großen Entwicklungsschritt, sowohl physisch als auch psychisch. Jedoch hat natürlich jedes Kind sein individuelles Tempo in der Entwicklung und dies gilt dann auch im Bereich der Schulreife. Nicht alles, was in einschlägigen Ratgebern á la „das muss mein Kind bis zum Schuleintritt können“ steht, ist wirklich notwendig, um in die Grundschule kommen zu dürfen/ zu können. Für Sie als Eltern ist daher wichtig: Holen Sie Ihr Kind da ab, wo es gerade steht, worin es Interesse zeigt und was es momentan motiviert. Auf keinen Fall Druck oder Zwang ausüben, wenn sich das Kind vor der Grundschule noch nicht für Zahlen oder Buchstaben interessiert. Keinen Vergleich mit anderen Kindern starten – Ihr Kind wird Ihnen zeigen, wenn es bereit dafür ist und dann dürfen Sie es natürlich in jeder Hinsicht fördern und fordern (dies kann auch erst nach Schuleintritt sein), jedoch in keinem Falle zwanghaft darauf pochen.    

Was können Sie als Eltern tun, um dem Kind den Eintritt in die Grundschule zu erleichtern?

Fakt ist, der Austritt aus dem Kindergarten und der damit einhergehende Eintritt in die Grundschule, stellt für das Kind einen erheblichen Umbruch dar. Alleine schon die Bezugsperson „Erzieherin“ fällt nun weg, denn die Beziehung und das Näheverhältnis zur Lehrkraft in der Grundschule wird sich grundlegend ändern. Das kann für das Kind erst einmal schmerzlich spürbar sein und das muss es lernen. Wichtig ist daher, sprechen Sie offen und motivierend von Schule. Machen Sie dem Kind keinesfalls Druck oder Angst, indem Sie Schule nur auf Leistung, Stillsitzen, Lernen und Hausaufgaben reduzieren. Darüber hinaus sollten Sie ihr Kind nun auch so behandeln, wie es aus dem Kindergarten kommt: als „das/ die Große“. Durch verantwortungsvolle Aufgaben wird das Selbstbewusstsein gesteigert und dadurch der Schuleintritt erleichtert. Zu Anfang der 1. Klasse schlüpfen die Kinder nämlich wieder in eine andere Rolle: von „den Großen“ hin zu „den Kleinen“. 

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Was können konkrete Methoden sein, wie Sie ihr Kind fördern, motivieren oder Interesse wecken?

Wie bereits erwähnt: Alles kann, nichts muss. Zum Bereich Selbstständigkeit gehören Aufgaben wie das „Sich-Selbst-Anziehen“ oder an die Kindergartentasche/ Schultasche zu denken. Bewegung spielt in jedem Lebensbereich und über alle Altersgruppen hinweg eine zentrale Rolle und hat nachweislich positive Wirkung auf neuronale Prozesse. Daher ist es wichtig, dass Sie dem Kind im Alltag Raum für Bewegungsfreiheit geben, denn in der Grundschule wird es in diesem Bereich oft mehr eingeschränkt als zuvor im Kindergarten. Das muss nicht zwingend in einem Sportverein sein. Es reicht auch eine Runde Spazierengehen, auf den Spielplatz gehen oder gemeinsam eine Radtour zu machen. Gemeinsame Aktivitäten sind, unabhängig der Bewegung, sehr wichtig für das Kind. Es imitiert in diesem Alter viel von Erwachsenen, richtet sich nach Ihnen, saugt alles auf wie ein Schwamm und nicht zuletzt fördern gemeinsame Aktivitäten (zum Beispiel zusammen Einkaufen gehen) die Beziehung zum Kind.

Die Schuluntersuchung: Was ist das? Was wird da gemacht?

Bevor für Kinder der sogenannte Ernst des Lebens beginnt, steht die Schuluntersuchung. Viele Eltern fragen sich mit Recht, was bedeutet und was wird bei einer solchen Untersuchung gemacht. 

Warum muss die Schuluntersuchung sein?

In Fachkreisen wird bei der Schuluntersuchung auch von SEU oder von S1 gesprochen. Es soll bei einer solchen Untersuchung geprüft werden, ob das Kind körperlich und geistig fit für Anforderungen der Schule ist. Sicherlich liefert die Schuluntersuchung keinen exakten Entwicklungsstand des Kindes, denn es handelt sich nur um eine sogenannte Momentaufnahme. Alle Bundesländer schreiben S1 im Schulgesetz vor. Auch wenn die S1 für alle Erstklässler Pflicht ist, läuft sie in jedem Bundesland etwas anders ab.

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Wann genau erfolgt die Schuluntersuchung und wer führt sie durch?

Durchgeführt wird die Untersuchung vom städtischen Gesundheitsamt und dauert im Schnitt zwischen 30 und 45 Minuten. Eltern werden vom Gesundheitsamt eingeladen an einer solchen Untersuchung mit ihrem bald schulpflichtigen Kind teilzunehmen. Zumeist findet die S1 nach Terminabsprache im Gesundheitsamt, im Kindergarten oder in der zukünftigen Schule statt. 

Wie läuft die Untersuchung ab?

Eltern sollten zur Schuluntersuchung immer den Impfpass, das gelbe Vorsorgeheft und die Einladung mitbringen. Der Arzt bekommt so einen ersten Überblick zu Impfungen, Krankheiten und sonstigen besonderen Umständen des Kindes. Im Laufe des Gespräches wird der Arzt einige Fragen zur Entwicklung des Kindes stellen. Danach kommt es zu einer kurzen gesundheitlichen Untersuchung inklusive eines Hör- und Sehtests. Mithilfe einiger Tests wird die geistige und motorische Entwicklung des Kindes geprüft. 

Eltern und Kinder müssen sich nicht extra auf die Schuluntersuchung vorbereiten, denn das Kind sollte sich in erster Linie wohlfühlen. Daher sollten Eltern keinen Druck aufbauen und dem Kind den Eindruck vermitteln, dass etwas Großes passiert. Kinder sollten jedoch bei Schuluntersuchung alterstypisch seinen Namen schreiben, Formen und Farben benennen, auf einem Bein stehen und hüpfen, bis zehn zählen und auf einer Linie vor- und rückwärts gehen können. 

Des Weiteren sollte das Kind zwei Bilder miteinander vergleichen und Unterschiede erkennen sowie die sprachlichen Laute korrekt aussprechen und mehrteilige Aufforderungen befolgen können. 

Der Arzt wird nach der Untersuchung die Ergebnisse mit den Eltern besprechen und der zukünftigen Schule ein ärztliches Gutachten zukommen lassen. Hierin steht, wenn Bedarf an bestimmten Fördermaßnahmen besteht oder wenn irgendwelche Auffälligkeiten vorhanden sind. Sollte etwas bei Schuluntersuchung nicht in Ordnung sein, dann wird der Arzt das mit den Eltern besprechen. In den meisten Fällen läuft jedoch alles glatt, denn Auffälligkeiten wären bereits im Kindergarten oder im häuslichen Umfeld aufgefallen. Selten werden aufgrund der Schuluntersuchung Kinder um einen Jahrgang zurückgestellt. Sollte dies jedoch der Fall sein, dann können Eltern sicher sein, dass dies zum Wohle des Kindes erfolgt und keine Abwertung darstellt. 

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Wie bereite ich mein Kind auf die Grundschule vor?

Die Grundschule – der „Ernst des Lebens“ möge starten 

Natürlich sollte Schule immer Spaß machen. Gerade die Grundschule bietet so viele neue Eindrücke, bringt neue Freundschaften hervor und jede Menge an Wissen wird vermittelt. Hier wird die Grundlage für eine mögliche spätere Karriere gelegt. Die ersten Schritte zählen zu den wichtigsten überhaupt im Leben. Doch wie bereite ich mein Kind auf die Grundschule vor? Muss mein Kind dies und das schon können? Lesen und schreiben, rechnen und Fremdsprachen? Alles kein Problem. Die heutigen Kindergärten arbeiten perfekt auf eine gelungene Einschulung hin. 

Spaß und Freude steht im Vordergrund – so lernt Ihr Kind erfolgreich 

Vertrauen schaffen, das erste Schlagwort für die Grundschule. Der Nachwuchs muss und sollte zumindest streckenweise selbstständig agieren können. Entscheidungen treffen, Dinge annehmen können und Anweisungen von Lehrkräften umsetzen können. Die ersten Schultage ähneln den letzten Tagen im Kindergarten. 

Kann das bereits Erlernte auch angewendet werden? Schreiben, Rechnen? Sind andere Kinder schon weiter? Kurze Antwort; es spielt keine Rolle. Den eigenen Kindern vertrauen und viel zutrauen, so motivieren Eltern die Kleinsten. Das Gefühl von Sicherheit ist enorm wichtig für die spätere Entwicklung.

Der Schulweg zur Grundschule – gemeinsam gehen gibt Sicherheit 

Eine Gefahrenquelle ist der Schulweg. Auch wenn der Nachwuchs die Strecke anfangs niemals alleine laufen wird. So empfiehlt sich im Vorfeld eine gemeinsame Streckenbegehung. Der Sohn oder die Tochter bekommen ein Gefühl für den Weg, ein Gefühl der Sicherheit für spätere Ausflüge. 

Den Schulweg notfalls alleine beherrschen zu können, das wäre die Idealform. Und natürlich bitte die Kinder informieren, niemals mit Fremdem mitgehen. Und das gerne mehrmals. 

Vorlesen und gemeinsam Lesen – der Erfolg beginnt so 

Schon früh Lesekompetenz fördern. Es beginnt mit Vorlesen, eine Aufmerksamkeit erzeugen und endet mit dem Vorlesen vor dem Einschlafen. Die speziellen Texte fördern die Motorik, die Sprache und die Konzentration. Schnell nehmen Kinder diese Texte auf und lernen ganz nebenbei die wichtigsten Umgangsformen. 

Das Selbstbewusstsein und Wertgefühl wächst von Buch zu Buch. Die Auswahl an Buchmaterial ist vielfältig und es macht unglaublich viel Spaß. 

Image by Holger Grybsch from Pixabay
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Catrin ist eine erfahrene Autorin und passionierte Expertin für Elternschaft und Familienleben. Als Mutter selbst kennt sie die Herausforderungen und Freuden des Elternseins aus erster Hand und bringt ihre persönlichen Erfahrungen in ihre Arbeit ein. Ihre einfühlsame Art, ihr fundiertes Fachwissen und ihr breites Spektrum an Themen machen sie zu einer idealen Autorin für eltern-heute.de. Catrins Artikel zeichnen sich durch Empathie, Verständnis und praktische Ratschläge aus, die Eltern auf ihrem Weg unterstützen und inspirieren. Mit ihr an Bord können wir sicher sein, dass unsere Leser stets hochwertige und relevante Inhalte erhalten, die sie in ihrem Familienleben bereichern.