Ansteckende Kinderkrankheiten im Detail: Windpocken, Scharlach, Keuchhusten und Röteln

Ansteckende Kinderkrankheiten im Detail: Windpocken, Scharlach, Keuchhusten und Röteln

Ansteckende Kinderkrankheiten im Detail: Windpocken, Scharlach, Keuchhusten und Röteln

Windpocken – Ansteckung, Symptome und Behandlung

Viele werdende Eltern machen sich schon während der Schwangerschaft Gedanken um die Gesundheit des Babys. Spätestens aber nach der Geburt, beim ersten Besuch beim Kinderarzt werden die ersten Impfungen verabreicht. Dies ist auch wichtig, um das eigene Baby oder auch andere Menschen zu schützen. Hierbei gibt es verschiedene Formen von Kinderkrankheiten. Eine davon währen die Windpocken. Wer die Krankheit im Kindesalter noch nicht hatte, kann sich auch im Erwachsenenalter noch mit Windpocken infizieren.

Was sind Windpocken?

Bei den Windpocken handelt es sich um eine Viruserkrankung, die hochansteckend ist. Sie wird durch eine Schmier- oder Tröpcheninfektion übertragen. Bei der Schmierinfektion erfolgt die Ansteckung bei Hautkontakt mit dem Erkrankten, wenn man sich anschließend danach an die Nase oder an den Mund fässt. Bei der Tröpfcheninfektion hingegen reicht schon das Niesen, Husten, Sprechen oder gar Ausatmen des Infizierten in die Luft, die der gesunde Mensch einatmet. Die Ansteckungsgefahr ist besonders in den Frühlings/ und Wintermonaten hoch. Bevor der typische Hautausschlag zu sehen ist, besteht bereits Ansteckungsgefahr.

Symptome bei Windpocken

Die wohl auffälligsten Symptome sind ein juckender Hautausschlag. Dieser wird oft begleitet von Bläschen. Nicht nur Kinder können daran erkranken, sondern auch Jugendliche und Erwachsene. In den ersten Tagen der Infektion sind nur leichte Beschwerden zu bemerken. Dies können Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber sein. Nach dem dritten bis fünften Tag entwickelt sich dann der Hautausschlag. Hierbei kommt es zu gefüllten Bläschen, die stark jucken. Der Ausschlag beginnt in der Regel am Rumpf und mitunter im Gesicht. Danach breitet er sich auf die Arme und Beine aus. Danach können auch die Mundschleimhaut, die Kopfhaut und die Genitalien betroffen sein. Dabei kann Fieber von bis zu 39 Grad erreicht werden.

Behandlung

Wenn es sich bei dem Krankheitsverlauf nur um den juckenden Hautausschlag handelt, wird der Juckreiz durch eine entsprechende Creme behandelt. Andere Medikamente gegen den Juckreiz sind sogenannte Antihistaminika. Bei Schmerzen und Fieber kann Ibuprofen oder Paracetamol eingenommen werden. Auch tägliches baden und das Aufhalten in kühler Umgebung sind förderlich. 

Keuchhusten – Symptome und Behandlung 

Der Keuchhusten ist eine akut auftretende Infektion welche die oberen Atemwege befällt. Die häufigsten Symptome von Keuchhusten sind einerseits krampfartige starke Hustenanfälle sowie ein lautes und keuchendes Atemgeräusch wenn nach dem Hustenanfall Luft geholt wird. Die Infektion kann sowohl Kinder als auch Erwachsene treffen aber äußert sich bei den beiden Gruppen auf unterschiedliche Art und Weise. 

Symptome

Der Ansteckungszeitpunkt von Keuchhusten kann in der Praxis nur sehr schwer festgestellt werden, da vor allem in der Anfangszeit noch keine wirklichen Symptome auftreten. In der ersten Zeit fühlt man sich müde, matt und abgeschlagen und denkt zuerst an eine Grippe. Erst im Verlauf zeigen sich typische Symptome welche in drei unterschiedlichen Stadien eingeteilt werden können. 

1. Erkältungsphase

Die erste Phase dauert in der Regel ein bis zwei Wochen. Hier gibt es noch keine spezifischen Symptome welche auf einen Keuchhusten hinweisen könnten. Die gängigsten Symptome in dieser Phase sind: 

Niesen

laufende Nase

Halsschmerzen

Husten

2. Anfallsstadium

Die zweite Phase dauert rund zwei bis sechs Wochen. In dieser Zeit zeigen sich schon typische Symptome wie starker krampfartiger Hustenanfall welcher bis zur Atemnot reichen kann. Die meisten Hustenattacken treten in der Nacht auf.  

Oft wird dieser Hustenanfall mit zähem Schleim begleitet und führt zudem zu Erbrechen. Fieber tritt in dieser Zeit jedoch sehr selten auf. 

3. Erholungsstadium

Ist der Keuchhusten überwunden kann die Erholungsphase starten welche rund zehn Wochen dauern kann. In dieser Zeit klingen die starken Hustenattacken ab und man fühlt sich von Tag zu Tag besser. 

Behandlung von Keuchhusten

Wie auch bei allen anderen Krankheiten gilt dies auch bei der Keuchhusten Infektion: Die Therapie und schlussendlich der Heilungsverlauf richten sich immer nach den Stadien und nach der Schwere der Erkrankung. 

Sobald ein Kleinkind an Keuchhusten erkrankt ist, ist es notwendig dieses umgehend in stationäre Pflege zu begeben denn Kinder sind oftmals nicht in der Lage den zähen Schleim abzuhusten und benötigen daher intensive Pflege und Betreuung im Krankenhaus. 

Bei Erwachsenen ist es ratsam warme Brustwickel mit frischem Zitronensaft aufzulegen um etwaige Hustenanfälle lindern zu können. Ebenso sollte in den einzelnen Räumen die Raumluft nicht zu trocken ist um etwaige Hustenattacken vermeiden zu können. Wichtig ist es darauf zu achten dass genügend Flüssigkeit aufgenommen wird und Speisen in der Zeit der Keuchhusten Infektion eher breiig zubereitet werden. 

Sollte die Infektion derart stark ausgebrochen sein dass herkömmliche Hausmittel nicht mehr helfen so ist eine Therapie mit Antibiotika indiziert und wird vom zuständigen Hausarzt verordnet. 

Neben all den Hausmitteln ist vor allem darauf zu achten dass man sich körperlich schont und ausreichend Schlaf bekommt um rasch eine Besserung erzielen zu können. 

Scharlach: Symptome und Behandlung

Ansteckende Kinderkrankheit, die vorwiegend im Winter auftritt

Das Krankheitsbild Scharlach fällt unter die Gattung der hochansteckenden Kinderkrankheiten. Demnach erkranken in erster Linie Kleinkinder und Kinder in einem Lebensalter zwischen jeweils 3 und 9 Jahren überdurchschnittlich oft an Scharlach. Demgegenüber zeigen Erwachsene vergleichsweise selten typische Symptome für die Infektionskrankheit. Verantwortlich für die Infektion bzw. dem Ausbruch der Krankheit sind nachweisbar spezielle Bakterienarten; sogenannte Streptokokken.

Die Erreger verbreiten sich vorwiegend über Tröpfcheninfektion. Betroffene, die die Krankheitserreger in sich tragen, geben während des Sprechens, Hustens, Niesens oder Lachens fortwährend winzige Tröpfchen, die mit Bakterien angereichert sind, an die Umgebungsluft ab. Die Streptokokken schweben unsichtbar in der Raumluft und infizieren hauptsächlich Personen mit einem geschwächten Immunsystem, die sich entweder in direkter Nähe des Kranken oder in bis zu 2 Metern Entfernung befinden. Seltener erfolgt eine Infektion durch den Kontakt mit Gegenständen, die mit bakterienhaltigen Tröpfchen benetzt sind. Gleiches gilt für Körperflüssigkeiten und Eiter, die die speziellen Erregerstämme enthalten

Aufgrund der permanent räumlichen Nähe zueinander schnellen innerhalb kurzer Zeit insbesondere in Familien, Kindertagesstätten und Schulen die Krankheitsfälle sehr schnell in die Höhe. Charakteristisch für die Infektionskrankheit ist ihr milder Krankheitsverlauf. Komplikationen entstehen lediglich, wenn Scharlach- Behandlung und Therapie tatsächlich Mängel aufweisen. Mediziner nutzen grundsätzlich Antibiotika, um Scharlach nachhaltig zu bekämpfen und die Symptome schonend zum Abklingen animieren.

Scharlach- Symptome zuverlässig erkennen

Laut Experten tragen im Winter durchschnittlich 20 Menschen je 100 Personen Streptokokken in ihrem Mund- und Rachenraum inklusive der zugehörigen Schleimhäute. Derartige Bakterien lösen eitrige Mandelentzündungen und entzündliche Hauterkrankungen aus ohne Scharlach- Symptome hervorzurufen. 

Sind die Erregerstämme mit einem speziellen Virus infiziert, produzieren sie Scharlach- Toxine. Diese Giftstoffe wirken entzündungsfördernd, schwächen die Stabilität der Blutgefäße, machen sie durchlässig und befeuern den Austritt roter Blutkörperchen aus den Gefäßen. Dieser Prozess ruft die speziellen Rötungen von Haut und Schleimhäuten hervor, die als eines der Merkmale für eine Scharlach- Erkrankung zu verstehen sind.

Das Ausmaß der Anzeichen für die Infektionskrankheit hängt von der jeweiligen Krankheitsausprägung ab. Demnach lassen sich milde Krankheitsverläufe in der Praxis kaum von einer klassischen Halsentzündung abgrenzen. 

Scharlach Inkubationszeit

Die Inkubationszeit von Scharlach variiert zwischen einem Zeitfenster von einem Tag bis zu maximal einer Woche. Im Normalfall vergeht zwischen der Ansteckungsphase bzw. der unmittelbarem Infektion mit dem Erregerstamm und dem Ausbruch der Infektionskrankheit allerdings eine Zeitspanne von ein bis drei Tagen. Während dieser Zeit zeigen Infizierte keine Scharlach-Symptome, obwohl die Bakterien den Organismus der Betroffenen bereits überfluten und gesunde Zellen befallen.

Scharlach Verlauf

Ein entzündeter Rachen, Husten, Übelkeit, Müdigkeit, Erbrechen, Kopf, Schluckbeschwerden und Halsschmerzen sind typischerweise erste Symptome, die als Warnsignale für eine mögliche Scharlach-Infektion einzuordnen sind. Im Normalfall gesellen sich zudem Schüttelfrost und Gliederschmerzen zu derartigen Merkmalen. Der zweite Tag des Krankheitsverlaufes ist in der Regel geprägt von plötzlich auftretendem Fieber, das bis auf 39 ° C bzw. 40 ° C schnellt. 

Im Bereich des Gaumens tritt zusätzlich Ausschlag in Erscheinung, während die Lymphknoten im Bereich des Halses extrem anschwellen. Erkrankte zeigen im Rahmen dieser Krankheitsphase einen weißen Belag der Zunge. Zeitgleich lösen die Entzündungsreaktionen, die im Körper des Erkrankten ablaufen, stecknadelkopfgroße, erhabene, nicht juckende Hautentzündungen aus, die in Form roter Punkte auf der Hautoberfläche erkennbar sind. Der Ausschlag befällt neben Gesicht, Oberkörper, Armen und Beinen bevorzugt Achseln sowie die Leistenregion.

Rund 4 Tage nach dem Ausbruch der Infektionskrankheit bildet sich der rote Ausschlag zurück und hinterlässt eine schuppenartige, trockene Haut. Vorwiegend ist die Haut an Innenflächen von Füßen und Händen von dieser Reaktion betroffen. Dieser Zustand bzw. die verstärkte Schuppenbildung der Haut hält rund 6 Wochen an. Im Extremfall dauern die schuppenartigen Veränderungen bis zu einer Zeit von rund 2 Monaten an.

Wie gestaltet sich die Behandlung von Scharlach?

Zur Linderung der Symptome verabreichen Mediziner fieberstillende Medikamente sowie bei Bedarf Schmerzmittel. Die Scharlach- Therapie verlangt unbedingt nach einer Behandlung mit Antibiotika. Im Normalfall nehmen Erkrankte deshalb für 10 bis höchstens 14 Tag Penicillin ein. In Verbindung mit einer Antibiotikagabe klingen die Symptome prinzipiell binnen einer Woche ab. Lediglich die Schuppung der Haut dauert fort.

24 Stunden nach der erstmaligen Antibiotikaeinnahme sind Scharlach- Patienten tatsächlich nicht mehr ansteckend.

 

Röteln: Ansteckung, Symptome und Behandlung

Röteln sind eine Virusinfektion, die akut auftritt und sehr stark ansteckend ist. Die Krankheit ruft  einen typischen rötlichen Hautausschlag hervor. Bei einigen Menschen verläuft die Rötelninfektion allerdings ohne Symptome. Am meisten betreffen Röteln Kleinkinder und auch Babys. Eindeutig seltener tritt die Krankheit bei Erwachsenen auf. In vielen Fällen verläuft eine Infektion jedoch ohne jegliche Komplikationen. Während der Schwangerschaft kann sie jedoch gefährlich für den ungeborenen Embryo werden.

Ansteckung mit Röteln

Die Ansteckung mit Röteln erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Durch Niesen, Husten oder Küssen können die Infizierten Speicheltröpfchen mit den Viren auf Menschen übertragen. Die Viren gelangen über die Schleimhaut in den oberen Atemwegen in den Körper. Ebenso ist es möglich, dass die Erreger über infizierte Gegenstände übertragen werden. Wenn zum Beispiel dasselbe Besteck benutzt wird, wie ein Erkrankter, ist eine Infektion ebenfalls möglich.

Röteln – wer kann sich anstecken?

Anstecken können sich grundsätzlich solche Menschen, welche nicht gegen die Krankheit geimpft sind oder unter dieser noch nicht gelitten haben. Rötelnsymptome trotz einer Impfung oder bereits erlebter Infektion kommen eigentlich nie vor. Wenn die Impfung oder die Erkrankung lange zurückliegen, kann sich möglicherweise neu mit Röteln angesteckt werden. Eine derartige Reinfektion ist jedoch sehr selten. Die Erkrankten zeigen meist hierbei keine oder nur leichte Symptome, wie Schnupfen.

Symptome bei der Rötelnerkrankung

Die Symptome bei Röteln können bei den Menschen unterschiedlich ausfallen. Außerdem sind einige davon auch nicht spezifisch für die Infektion. Die bedeutet, dass ähnliche Beschwerden sich auch bei anderen Krankheiten zeigen. Etwa 50 Prozent der Menschen, welche sich mit Röteln infiziert haben, zeigen keine typischen Symptome.

Typische Symptome bei Röteln sind der einer Erkältung ähnlich. Weitere Beschwerden sind vor allem geschwollene, schmerzhafte Lymphknoten im Halsbereich oder anderen Körperstellen. Eine derartige Schwellung entsteht, da sich die Erreger vor allem in den Lymphknoten ausbreiten und vermehren, bevor sie über das Blut im Körper verteilt werden. Vor allem die Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren können schmerzen oder unangenehm jucken.

Behandlungsmöglichkeiten der Rötelnerkrankung

Grundsätzlich gibt es keine spezifische Behandlung, mit der sich der Virus bekämpfen lässt. Möglich ist hierbei lediglich die symptomatische Behandlung. Fiebersenkende Medikamente, wie Ibuprofen und Paracetamol oder auch Wadenwickel helfen recht gut, um vor allem die erhöhte Temperatur senken zu können. Das Fieber ist jedoch bei der Krankheit wünschenswert. Es zeigt an, dass das Immunsystem die vorhandenen Erreger bekämpft. Deshalb sollte das Fieber nur bedingt gesenkt werden. Dies sollte am besten der Arzt entscheiden.