Ist Leitungswasser für Kinder gesund?

Ist Leitungswasser für Kinder gesund?

11Ist Leitungswasser für Kinder gesund?

Dass die Wasserqualität in Deutschland generell als gut gilt, ist allgemein bekannt. Doch wie steht es mit dem Leitungswasser für Kinder und Babys und was sollten Eltern unbedingt beachten?

Wo kommt unser Leitungswasser her?

In Deutschland wird das Trinkwasser zu 70 % aus Grund- und Quellwasser bezogen. Der übrige Anteil stammt z.B. aus Talsperren oder Flüssen.Vor allem durch die Reinigung in Klärwerken kann ein Großteil des Abwassers erneut genutzt werden und wieder dem Kreislauf zugeführt werden. Da die technischen Möglichkeiten der Klärwerke und somit die Leistungsfähigkeit jedoch begrenzt sind, sollte das Abwasser nicht unverhältnismäßig verschmutzt werden. In Deutschland wird die Qualität des Leitungswassers fortwährend durch die Gesundheitsämter überwacht und kontrolliert, sodass festgelegte Grenzwerte stets eingehalten werden und nur äußerst selten überschritten werden. Die Schutzvorschriften (zur Gewährleistung der hohen Standards) sind in der Trinkwasserverordnung festgehalten.

Ist Leitungswasser für Kinder gesund?

Das Leitungswasser grundsätzlich unbedenklich ist und in Deutschland höchste Standards erfüllt ist nun deutlich geworden. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Denn die Versorger garantieren nur für die Qualität bis zum Hausanschluss. In den Hauptleitungen fließt das Wasser ständig, wodurch Keime und Bakterien kaum Möglichkeit haben sich auszubreiten. Innerhalb der letzten Meter kann es jedoch zu Verunreinigungen mit Schwermetallen kommen. Früher wurde leider in einigen Häusern Bleirohre verlegt. Dabei ist Blei besonders im Leitungswasser für Babys, Kinder und Schwangere sehr bedrohlich, da es sich um ein gefährliches Nervengift handelt! Häuser, die vor dem Jahre 1973 erbaut worden, sind hiervon zum Glück nicht mehr betroffen. Falls der Bleiwert im Leitungswasser überschritten werden sollte, sind Hausbesitzer und Versorger verpflichtet die Leitungen auszutauschen. Wenn in dem Leitungswasser für Babys und Kinder die Werte für Kupfer, Eisen, Nickel oder Nitrat überschritten werden, kann es ebenso gefährlich werden. Diese Verunreinigungen sind besonders hoch, wenn das Wasser (z.B. über Nacht) für längere Zeit in den Leitungen stand. Wenn dies der Fall ist, kann man zur Sicherheit kurz den Hahn aufdrehen und das Wasser laufen lassen. Sobald das Wasser wesentlich kälter wird, kann man es bedenkenlos trinken. Wer ganz sicher gehen möchte, kann sich die Infos beim zuständigen Gesundheitsamt oder lokalen Wasserversorgungsunternehmen holen. Alternativ kann man eine Trinkwasseranalyse im Labor durchführen lassen.

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Wie kann die Wasserqualität zu Hause getestet werden?

Für Verbraucher ist es möglich, die Qualität ihres Leitungswassers eigenständig kontrollieren zu lassen. Dafür erwirbt man ein Wassertest. Zu Hause entnimmt man eine Probe des Leitungswassers und schickt diese zum Labor, wo es anschließend analysiert wird. Entsprechend den Bedürfnissen des Kunden gibt es verschiedene Tests, die im Preis und der Anzahl von analysierten Prüfwerten variieren. Solche Wassertests findet man auf wassertest-online.de oder anderen Fachseiten.

Ist das Leitungswasser für Babys bedenkenlos?

Grundsätzlich ja. Aber hierzu müssen einige Bedingungen erfüllt sein: Zunächst darf das Wasser die Grenzwerte von Schadstoffen und Schwermetallen nicht überschreiten. Es muss also weitestgehend frei von Kupfer, Eisen, Nickel und Nitrat sein. Das Leitungswasser ist jedoch nicht gänzlich keimfrei und gerade Babys sind besonders anfällig und verwundbar und können empfindlich auf Keime reagieren. Hier sollte das Wasser, bis zu einem Alter von sechs Monaten, abgekocht werden. So kann sichergestellt werden, dass sich keine Keime im Wasser befinden. Leitungswasser für Babys sollte nicht zuvor durch Wasserfilter laufen, da sich in den Filtern rasch Keime vermehren können. Leitungswasser für das Baby sollte immer so lange aus der Leitung ablaufen, bis es kalt wird. Dadurch wird garantiert, dass das Wasser frisch ist und nicht länger in der Leitung stand.

Was können wir tun um die Qualität des Leitungswassers für Babys und Kinder zu sichern?

Zuerst sollten keine Abfälle, Schadstoffe oder sogar Medikamente im Abwasser (Toilette) entsorgt werden. Alles, was innerhalb der Kläranlagen nicht herausgefiltert werden kann, landet wieder im Leitungswasser, welches Kinder und Babys, aber auch Schwangere trinken. Ferner sollte das Wasser aus Hausbrunnen sicherheitshalber vermieden werden, da es als problematisch gilt.

Fazit:

Das Leitungswasser in Deutschland gehört im globalen Vergleich zu den Besten. Dieser Umstand wird durch Verordnungen, Gesetze und Kontrollen sichergestellt. Wenn man einige Dinge beachtet kann das Leitungswasser auch für Kinder und Babys absolut bedenkenlos sein. Wer Leitungswasser, anstatt von Mineralwasser konsumiert erspart sich nicht nur das Schleppen des Wassers, sondern auch Geld. Für das Klima ist Leitungswasser ohnehin besser. Da lange Transportwege vermieden werden kommt es zu weniger Emissionen.

Am Ende bleibt es wohl eine Geschmacksfrage, aber Leitungswasser stellt eine kostengünstige und nachhaltige Alternative dar. Prost!

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