Sind Kontaktlinsen das Richtige für meinen Teenager?

Sind Kontaktlinsen das Richtige für meinen Teenager?

Sind Kontaktlinsen das Richtige für meinen Teenager?

Ebenso wie bei uns Erwachsenen nimmt auch bei Kindern der Anteil der an einer Sehschwäche leidenden Betroffenen stetig zu – ohne, dass eine Abschwächung der Trends sichtbar ist. Laut einer Statistik des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V. besitzt mittlerweile jedes fünfte Kind – etwa 20% – eine Beeinträchtigung des Sehvermögens und ist auf eine Sehhilfe angewiesen. Das Problem? Ganz abgesehen davon, dass es im Alltag störend sein kann, kann es bei Kleinkindern, aber vor allem bei pubertierenden Kindern zusätzlich zu physischen, vor allem aber zu psychischen Komplikationen kommen. Mithilfe von Alternativen zur Standardsehhilfe Brille – wie den Kontaktlinsen – können diese allerdings abgeschwächt oder sogar ganz verhindert werden. Aber was genau und wie?

Ab welchem Alter können Kontaktlinsen getragen werden?

Was vielen von uns wahrscheinlich gar nicht bewusst ist: Kontaktlinsen anstelle einer Brille können schon ab einem Alter von circa acht Jahren problemlos getragen werden. Das Auge ist eines der ersten Organe unseres Körpers, das in unserer Körperentwicklung voll ausgebildet wird. Etwa mit Schuleintritt, also zwischen sechs und sieben Jahren, erreichen wir unser vollständiges Sehvermögen – was uns im Anschluss, theoretisch, das Tragen von Linsen erlaubt. Unsere vollständige „Erwachsenensicht“ prägt sich zwar erst im Laufe der Adoleszenz aus, ist aber unabhängig von der rein physischen Wachstumskomponente des Sehorgans.

Eine reibungslose Entwicklung des Sehvermögens ist Grundlage für viele andere Bereiche – vor allem im frühkindlichen Alter. Das räumliche Sehen und Denken, Körperkoordination, aber auch die Entfaltung des Sozialverhaltens und -verständnis durch das korrekte Aufgreifen und Erkennen von nonverbaler Kommunikation wie Gestik und Mimik, sind nur einige davon. Der Fokus verändert sich mit Eintritt der Pubertät, wenn die Grundsteine unseres Körpers gelegt sind und sich ab hier nunmehr feinabstimmen. In den Vordergrund rückt stattdessen nun die Entwicklung der Persönlichkeit, des eigenen Willens und der Selbstbestimmtheit. Und genau hier spielen Kontaktlinsen eine führende Rolle.

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Unterstützung der Selbstfindung

Als Teenager ist es von für uns manchmal unbegreiflicher Wichtigkeit (dabei waren wir alle selbst einmal in der Situation, in der unsere Kinder jetzt sind!), sich zu einer Gruppe zugehörig zu fühlen, nicht allein zu sein – und sich von der Familie abzugrenzen. Am besten funktioniert das mithilfe der Peergroup; einer Gruppe gleichaltriger und gleichgesinnter Freunde, die den Jugendlichen dabei hilft, sich und Grenzen auszutesten, wichtige Lebenserfahrungen zu machen und zu sammeln, sowie Probleme und Wissen auszutauschen. Der soziale Austausch und die Zeit mit anderen Teenagern ist in diesem Alter ein fast noch ergiebigeres Lernumfeld als die Schule.

Eine Peergroup besitzt im Normalfall eine non-hierarchische Struktur, sprich, alle Mitglieder des Freundeskreises sind gleichwertig und auf derselben Stufe anzutreffen. Die unausgesprochene Voraussetzung hierfür ist allerdings auch, dass sich alle auch mehr oder weniger gleich verhalten, gleich ausdrücken, unter Umständen gleich kleiden – und manchmal auch gleich aussehen. Dass sich Trends rasant unter Teenagern verbreitet, ist kein Zufall.

Brillenträger stechen also, auch wenn sie sich in den letzten Jahren immer mehr als modisches Accessoire etabliert hat, automatisch heraus – etwas, das die meisten tunlichst vermeiden wollen. Vor allem Jugendliche mit etwas stärkeren Dioptrien und folglich dickeren Brillengläsern leiden hier besonders und finden sich schnell in ausgrenzenden Positionen wieder. Ein Zugehörigkeitsgefühl wird erschwert und sorgt im schlimmsten Fall für eine Isolation in dem Abschnitt des Lebens, in dem der soziale Austausch für die Persönlichkeitsentwicklung am stärksten benötigt wird. Folgen können bei etwas sensitiveren Kindern ein mangelndes Selbstbewusstsein, fehlender Mut und verzerrtes Selbstbild sein.

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Förderung der Unabhängigkeit

In diesem Falle ist ein Wechsel von Brille auf Kontaktlinsen definitiv eine Überlegung wert. Sprechen Sie mit Ihrem Teenager über die Möglichkeiten – aber auch über die Verantwortung, die auf Ihr Kind fällt. Kontaktlinsen sind als medizinische Produkte gekennzeichnet und bieten – bei korrekter Handhabung – keinerlei Bedrohung für die Gesundheit. Doch die Betonung liegt hier auf korrekter Handhabung. Die richtige Reinigungs- und Hygieneroutine, sowie Tragedauert einzuhalten ist fundamental und kann bei Missachtung im schlimmsten Fall zu Entzündungen führen.

Gleichzeitig bieten sie allerdings auch eine wunderbare Möglichkeit für persönlichen Wachstum. Ist Ihr Kind verantwortungsbewusst genug, kann die Übernahme der Aufgabe für sich selbst und seine Kontaktlinsen zu sorgen, ebenfalls zu einem großen Schub an Unabhängigkeitsgefühl, sowie persönlichem Aufschwung führen. Das Tragen von Kontaktlinsen kann außerdem zeigen, wie zuverlässig Ihre Kinder mit regelmäßigen Aufgaben sein können – was vor allem bei Mädchen beispielsweise bei der Frage der Einnahme der Pille ausschlaggebend sein kann.

Falls Sie denken, dass Kontaktlinsen für Ihren Jugendlichen das Richtige sind, zögern Sie nicht, das Gespräch mit Ihrem Kind zu suchen und im Anschluss einen Termin beim Optiker und Augenarzt zu vereinbaren.

Image by Holger Grybsch from Pixabay
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