Während des Zahnwechsels verändern sich Zahnstellung, Zahnbögen und Kiefer kontinuierlich. Bleibende Zähne brechen durch, vorhandene Lücken schließen sich und Platzverhältnisse können sich verändern. Bei bestimmten Fehlstellungen können bleibende Zähne mit einer festen Zahnspange gezielt bewegt werden. Anders als herausnehmbare Apparaturen verbleibt sie auf den Zähnen und übt mit Hilfe von Brackets und Bögen kontrollierte Kräfte aus. Ob und zu welchem Zeitpunkt sie eingesetzt wird, lässt sich erst nach einer kieferorthopädischen Untersuchung beurteilen.
Kurzfassung
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Wann eine festsitzende Apparatur eingesetzt werden kann
Eine feste Zahnspange für Kinder wird häufig verwendet, wenn bleibende Zähne gezielt über einen längeren Zeitraum bewegt werden sollen. Mögliche Ausgangsbefunde sind beispielsweise ausgeprägte Engstände, gedrehte oder gekippte Zähne sowie bestimmte Abweichungen der Zahnstellung innerhalb des Zahnbogens.
Nicht jede Auffälligkeit erfordert jedoch eine festsitzende Apparatur. Je nach Befund können insbesondere im Wechselgebiss auch herausnehmbare Geräte zum Einsatz kommen, die teilweise andere Behandlungsaufgaben erfüllen als Brackets. Welche Apparatur geeignet ist, hängt daher nicht allein vom Alter, sondern vor allem von der jeweiligen Fehlstellung und dem angestrebten Behandlungsziel ab.
Auch die Unterscheidung zwischen einer Zahnfehlstellung und einer skelettalen Fehlstellung ist bedeutsam. Bei einer Zahnfehlstellung betrifft die Abweichung hauptsächlich die Position einzelner Zähne. Eine skelettale Fehlstellung betrifft dagegen die Lage oder Entwicklung der Kieferknochen von Ober- und Unterkiefer. Dadurch können unterschiedliche Behandlungsschritte notwendig sein.
Weshalb der Zahnwechsel für den Zeitpunkt relevant ist
Bei Kindern befinden sich Gebiss und Kiefer noch in der Entwicklung. Besonders im Wechselgebiss, wenn Milchzähne und bleibende Zähne zeitweise nebeneinanderstehen, muss die Wahl der Behandlung an den jeweiligen Entwicklungsstand angepasst werden. Für den Einsatz einer festsitzenden Apparatur ist daher unter anderem entscheidend, welche bleibenden Zähne bereits durchgebrochen sind und welche Zahnbewegungen im weiteren Behandlungsverlauf vorgesehen sind.
Die Untersuchung zeigt außerdem, welche Zähne bereits für die geplanten Bewegungen genutzt werden können und ob der Zahnwechsel zunächst weiter abgewartet werden sollte.
Bei der Untersuchung werden unter anderem die Stellung der Zähne, die Platzverhältnisse in den Zahnbögen und der Zusammenbiss von Ober- und Unterkiefer beurteilt. Je nach Fragestellung können weitere diagnostische Unterlagen erforderlich sein. Daraus ergibt sich, ob zunächst beobachtet, eine andere Apparatur eingesetzt oder eine festsitzende Behandlung begonnen wird.
Wie Brackets die Zahnstellung verändern
Bei einer klassischen festen Zahnspange werden kleine Brackets auf den Zahnoberflächen befestigt, die als Verbindung zwischen den Zähnen und dem kieferorthopädischen Bogen dienen. Der durch die Brackets verlaufende Bogen kann aufgrund seiner Form und Materialeigenschaften gezielte Kräfte auf die Zähne übertragen und so deren Bewegung ermöglichen.
Auf diese Weise lassen sich Zähne je nach Behandlungsplanung beispielsweise drehen, aufrichten oder innerhalb des Zahnbogens verschieben. Bei Kontrollterminen wird geprüft, wie die Zähne auf die Behandlung reagieren und ob Änderungen an Bögen oder weiteren Bestandteilen erforderlich sind.
Zusätzlich können je nach Befund Gummizüge oder andere kieferorthopädische Elemente eingesetzt werden. Sie können beispielsweise dazu dienen, bestimmte Zahnbewegungen zu unterstützen oder die Lage der Kiefer zueinander zu beeinflussen. Ob solche zusätzlichen Elemente erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Behandlungsziel ab.
Metall- und Keramikbrackets unterscheiden sich im Material
Metallbrackets gehören zu den verbreiteten Varianten festsitzender Zahnspangen. Daneben stehen unter anderem Keramikbrackets zur Verfügung, deren Farbgebung sich weniger von der natürlichen Zahnfarbe abhebt.
Die verschiedenen Brackets unterscheiden sich nicht nur optisch. Material, Größe, Konstruktion und die Art, wie der Bogen im Bracket gehalten wird, können voneinander abweichen. Selbstligierende Brackets besitzen beispielsweise einen integrierten Verschlussmechanismus für den Bogen.
Welche Ausführung verwendet werden kann, richtet sich unter anderem nach der vorgesehenen Zahnbewegung und der Behandlungssituation.
Zahnpflege rund um Brackets und Bögen
Festsitzende Bestandteile verändern die Bedingungen bei der täglichen Mundhygiene. Speisereste und bakterielle Beläge können sich insbesondere an den Übergängen zwischen Zahnoberfläche und Bracket sowie unter dem Bogen ansammeln.
Neben der normalen Zahnbürste können deshalb kleine Interdentalbürsten hilfreich sein, um schwer zugängliche Stellen um Brackets und Bögen zu erreichen. Besondere Aufmerksamkeit benötigen die Bereiche unmittelbar am Bracketrand.
Bleiben dort über längere Zeit Beläge zurück, steigt das Risiko für Zahnfleischentzündungen und Entkalkungen des Zahnschmelzes. Solche Entkalkungen können nach dem Entfernen der Brackets als helle Flecken sichtbar bleiben und in einigen Fällen sogar zur Entstehung von Karies führen . Während der gesamten Tragezeit müssen deshalb besonders die Bereiche um Brackets, Bracketränder und Bögen gründlich gereinigt werden.
Was bei den Kontrollterminen überprüft wird
Die Zahnbewegung erfolgt schrittweise, weshalb bei den Kontrollterminen neben dem Sitz der Apparatur auch die bisher erreichte Zahnposition, der Zustand von Brackets und Bogen sowie die Mundhygiene beurteilt werden.
Abhängig vom Behandlungsstand können Bögen gewechselt, Gummizüge angepasst oder andere Elemente ergänzt beziehungsweise entfernt werden. Wie häufig solche Termine erforderlich sind, hängt von der verwendeten Apparatur und dem jeweiligen Behandlungsabschnitt ab.
Löst sich ein Bracket oder verursacht ein Draht Beschwerden, sollte dies kieferorthopädisch abgeklärt werden. Eigenständige Veränderungen an Bögen oder anderen Bestandteilen können die vorgesehene Kraftübertragung verändern.
Nach dem Entfernen beginnt die Retentionsphase
Mit dem Abnehmen der Brackets ist die kieferorthopädische Behandlung nicht beendet. Zähne können sich nach ihrer Bewegung erneut verschieben. Deshalb folgt üblicherweise eine Retentionsphase.
Zur Stabilisierung können herausnehmbare Retentionsgeräte oder fest an der Innenseite bestimmter Zähne befestigte Retainer verwendet werden. Welche Form vorgesehen wird und wie lange sie getragen werden soll, hängt von der erreichten Zahnstellung und weiteren kieferorthopädischen Faktoren ab.
Fazit
Bei Kindern muss vor einer festsitzenden Behandlung geklärt werden, welche Zähne bereits durchgebrochen sind, welche Zahnbewegungen erforderlich sind und wie Ober- und Unterkiefer zusammenbeißen. Während der Tragezeit benötigen besonders die Bereiche um Brackets und Bögen sorgfältige Pflege. Nach dem Entfernen der festen Zahnspange schließt sich in der Regel eine Retentionsphase an, damit die erreichte Zahnposition gesichert wird.
