Cannabiskonsum bei Jugendlichen – welche Gefahren gibt es?

Cannabiskonsum bei Jugendlichen - welche Gefahren gibt es?

Cannabiskonsum bei Jugendlichen – welche Gefahren gibt es?

Ist Kiffen gefährlich – kann ein Zug am Joint in die Drogenabhängigkeit führen? Vielen Eltern bereitet die Ankündigung der Ampel-Koalition zum legalen Cannabiskonsum ab dem Zeitpunkt der Volljährigkeit große Sorgen.

Wer älter als 18 Jahre ist, darf laut Ampel-Koalition in Deutschland schon bald legal kiffen. Doch was ist, wenn der erste Joint in die Abhängigkeit führt und ein Bedürfnis erweckt, das ohne die staatliche Erlaubnis vielleicht gar nicht entstanden wäre? Noch sind viele Fragen offen – vor allem im Bezug darauf, dass der Cannabiskonsum auf die gleiche Stufe wie der Konsum von Alkohol und Tabakprodukten gestellt wird. Auch wenn alle drei Genussmittel nachweislich süchtig machen und die Gesundheit gefährden können, ist die Angst im Bezug auf eine Joint größer, als es zum Beispiel bei Zigaretten und Bier oder Wein der Fall ist.

Warum der Cannabiskonsum für Jugendliche besonders gefährlich ist

Im Alter zwischen 16 und 21 Jahren sind Jugendliche am experimentierfreudigsten. Das bezieht berauschende Substanzen wie Alkohol, Tabak und Cannabis ein. Doch genau in dieser Zeitspanne besteht ein erhöhtes Risiko, das Gehirn nachhaltig zu schädigen und dafür zu sorgen, dass wichtige Zellen absterben. Es ist ein wissenschaftlich erwiesener Fakt, dass ein Zug am Joint für Jugendliche unter 16 Jahren besonders schädlich ist. Aber da die Ampel-Koalition den Kauf von Cannabis erst ab Vollendung des 18. Lebensjahres freigeben möchte, sollte doch eigentlich keine Gefahr bestehen.

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Die Vorstellung wäre schön und klingt einfach. Doch die Realität sieht anders aus, da die meisten Jugendlichen mit 16 Jahren einen Erwachsenen kennen, der ihnen die Basis zum Kiffen, das Cannabis, ganz legal vom zertifizierten Händler beschaffen kann. Zwischen 12 und 16 Jahren bildet das Gehirn vor allem die Zellen für Gefühle und für individuelle Bedürfnisse aus. Wenn sich ein Jugendlicher in dieser Zeit „betäubt“ könnte es zu gravierenden Entwicklungsstörungen durch den Cannabiskonsum kommen.

Was wird sich durch die neue Koalition wirklich ändern?

Bisher handelt es sich nur um Entwürfe und um Planungen, die noch weit von der Umsetzung entfernt sind. Die Koalition spricht von einem Zeitraum von vier Jahren, die für eine komplette Ausarbeitung der Freigabe von Cannabis benötigt wird. Explizit wird betont, dass die Abgabe kontrolliert erfolgt und nur für Erwachsene vorgesehen ist. 

Doch die bereits im vorangehenden Kapitel beschriebene Problematik könnte dazu führen, dass Jugendliche mit dem Kiffen beginnen, weil es legal ist und weil ein Joint nicht anders eingestuft wird als ein Bier oder Tabak. Die neue Regierung ist sich darüber einig, dass ein weiteres Verbot keinen Mehrwert und keine Sicherheit für Jugendliche schafft. Aktuell boomt der Schwarzmarkt und birgt ein noch größeres Risiko als der legale Verkauf von Cannabis. Schwarzhändler strecken ihre Produkte mit chemischen Substanzen, die letztendlich einen viel größeren Schaden anrichten als das Kiffen. 

Noch arbeiten Gesundheitsverantwortliche an einem umfassenden Konzept, das natürlich auch die Suchtprävention und die Risikominderung im Fokus hat. Doch noch immer stellen sich besorgte Eltern pubertierender Jugendlicher die Frage, ob die Freigabe nicht mit einem Freibrief für den Cannabiskonsum verwechselt wird und dazu beiträgt, dass die Gefahr der berauschenden Substanz unterschätzt wird.

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Welche Auswirkungen wird der Freiverkauf auf die Eigenanbau-Quote haben?

Bisher ist der Eigenanbau von Cannabis nur in Ausnahmefällen, so zum Beispiel für Krebspatienten im Endstadium, erlaubt. Doch wenn der Cannabiskonsum und der Erwerb legal sind, wird dies auch einen Einfluss auf die eigene Hanfzucht zu Hause haben. Schon jetzt boomt der Verkauf von feminisierten Autoflower Samen. Es ist verhältnismäßig einfach, selbst in der Mietwohnung zwei bis drei Pflanzen zu ziehen und eine nicht schlechte Ernte zu haben. Die Zeiten, in denen Gewächshäuser in Kleiderschränken gebaut oder unauffindbare Waldlichtungen zum Cannabis-Anbau genutzt wurden, sind längst Geschichte. 

Wird sich nach der Freigabe von Cannabis nicht in fast jedem Haushalt ein Blumentopf mit eine THC-haltigen Hanfpflanze befinden? Experten sind sich darüber einig, dass der Cannabiskonsum durch die Freigabe nicht steigen wird. Vielmehr hat die Entscheidung der Politik den Vorteil, dass Konsumenten nicht länger verteufelt und kriminalisiert werden. Der Konsum, also das Kiffen, ist schon jetzt nicht verboten. Doch wer Cannabis kauft oder verkauft, macht sich einer Straftat schuldig und kann juristisch zur Rechenschaft gezogen werden.

Fakt ist, dass die aktuelle Gesetzgebung zum Kiffen und zum Besitz oder zum Anbau von Cannabis nicht mehr zeitgemäß ist. Dennoch ist auch die Sorge von Eltern pubertierender Jugendlicher begründet, die befürchten, dass ein legaler Joint die Hemmschwelle senkt und ein erhöhtes Risiko für eine Drogenkarriere beinhaltet.

Fazit: Der Cannabiskonsum wird ganz bewusst nur für Erwachsene freigegeben. Das hat den einfachen Grund, dass ein Joint bei Jugendlichen einen großen Schaden anrichten und die Ausbildung des Gehirns beeinträchtigen kann. Aber auch Erwachsene dürfen legal nicht nach Herzenslust kiffen, sondern erhalten nur eine monatliche Festmenge an Cannabis im legalen Verkauf. Ob man die Entscheidung der Ampel-Koalition befürwortet oder ob man sie ablehnt: Es ist offensichtlich, dass eine Entscheidung lange überfällig war und dass das Verbot keinen Erfolg gebracht hat.

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