Mein Kind ist rechtsextrem. Was kann ich tun ?

Sofern sich der Verdacht, dass Dein Sohn oder Deine Tochter gefährdet ist, zum Nazi zu werden, erhärtet, stehst Du vor dem Problem, wie Du reagieren sollst. Ihm den Umgang mit seinen Freunden zu verbieten ist zwar möglich, aber in der Regel zwecklos. Die Dinge mit Gesprächen klären zu wollen wird häufig auf Widerstand stoßen.
Sofern sich der Verdacht, dass Dein Sohn oder Deine Tochter gefährdet ist, zum Nazi zu werden, erhärtet, stehst Du vor dem Problem, wie Du reagieren sollst. Ihm den Umgang mit seinen Freunden zu verbieten ist zwar möglich, aber in der Regel zwecklos. Die Dinge mit Gesprächen klären zu wollen wird häufig auf Widerstand stoßen.

Mein Kind ist rechtsextrem. Was kann ich tun ?

Als Elternteil wirst Du mit Deinem Kind über die Jahre vor immer mehr Probleme gestellt. Während sich diese in den frühen Jahren oft einfach lösen lassen, werden die Schwierigkeiten mit den Jahren komplexer. Dies gilt besonders dann, wenn Du mit Dingen konfrontiert wirst, mit denen Du selber keine persönlichen Erfahrungen hast. Dies gilt für harte Drogen genauso wie wenn die oder der Jugendliche rechtsextrem wird.

 

Wie konnte es soweit kommen?

Die erste Reaktion ist dann meist, dass Du Dich fragst, was Du falsch gemacht hast. Das muss aber gar nicht der Fall sein. Ab der Pubertät beginnt setzt der Prozess der Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit in verstärktem Maße ein. Dies geschieht häufig in Abgrenzung zu Deinen Vorstellungen und der Lebensweise Eurer Familie. Insofern kann die Tatsache, dass sich Jugendliche rechtsextrem werden und sich nach und nach zum Nazi entwickeln schlicht und einfach ein Ausdruck von Protest sein, hinter dem keine echten und gefestigten politischen Überzeugungen stehen.

Vielleicht ist es auch so, dass im Freundeskreis Deines Kindes rechtsextremes Gedankengut stark verbreitet ist und es schlicht und einfach dazu gehören möchte. Insofern musst Du nicht schuld daran sein, dass die Einstellungen Deines Kindes rechtsextrem geworden sind. Es liegt aber in Deiner Verantwortung, vor dieser Tatsache nicht die Augen zu verschließen und möglichst vernünftig mit der Situation umzugehen.

 

Woran erkenne ich eine rechtsextreme Einstellung meines Kindes?

Während es bis in die jüngere Vergangenheit fast immer möglich war, die Änderung hin zu einer extrem rechten Gesinnung an einer Veränderung des Kleidungsstils abzulesen, ist dies heute nicht mehr zwingend der Fall. Zwar sind Marken wie Thor Steinar oder Lonsdale weiterhin ein Anlass hellhörig zu werden.

Jugendliche Skindheads sind aber vergleichsweise seltener als früher. Was sich jedoch nicht geändert hat sind die Botschaften rechtsextremer Musiker. Von daher ist vor allem wichtig, dass zu immer wieder hinhörst, welche Musik Dein Kind hört. Darüber hinaus hat die rechte Szene über die Jahre eine große Zahl von Chiffren entwickelt, mit denen sie ihre rechte Gesinnung nach außen trägt, ohne mit der Verbot verfassungsfeindlicher Kennzeichen in Konflikt zu geraten.

Neben weithin bekannten Beispielen wie “18” für Adolf Hitler und “88” für Heil Hitler gibt es eine Vielzahl weiterer versteckter Botschaften. Wenn Dir ein Symbol an der Kleidung oder im Zimmer Deines Kindes seltsam vorkommt, sprich es darauf an. Weicht es aus, kannst Du alternativ im Internet suchen. Dort lassen sich alle rechten Zeichen wiederfinden.

 

Wie gehe ich mit meinem Kind um?

Sofern sich der Verdacht, dass Dein Sohn oder Deine Tochter gefährdet ist, zum Nazi zu werden, erhärtet, stehst Du vor dem Problem, wie Du reagieren sollst. Ihm den Umgang mit seinen Freunden zu verbieten ist zwar möglich, aber in der Regel zwecklos. Die Dinge mit Gesprächen klären zu wollen wird häufig auf Widerstand stoßen. Sofern die Beziehung zu Deinem Kind noch keinen schwereren Schaden genommen hat, solltest Du versuchen, Regeln aufzustellen, mit denen sowohl Du als auch Dein Kind leben können.

Ein wichtiger Aspekt hierbei könnte sein, dass Du Deinem Kind zwar nicht den Kontakt zu seinen Freunden verbietest, ihm aber klar machst, dass Du deren Haltung so sehr ablehnst, dass sie nicht mit ins Haus gebracht werden dürfen. Dir wird nichts anderes übrig bleiben, als eine Gratwanderung zu gehen, bei der Du Dir immer wieder darüber klar werden musst, welche Kompromisse Du in welcher Richtung einzugehen bereit bist, um die persönliche Beziehung so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. Am besten helfen hier klare Regeln.

 

Hilfe suchen

Wichtig ist auch, dass Du Dich nicht nur theoretisch im Internet einliest, sondern Dir praktische Hilfe suchst. Hierfür gibt es eine große Zahl von Anlaufstellen. Schon nach kurzer Suche im Internet wirst Du zahlreiche Institutionen finden, die sich dem Problem Rechtsextremismus auseinandersetzen. Dabei handelt es sich sowohl um staatliche Stellen als auch um private Initiativen.

Diese reichen von reiner Beratung bis hin zu Aussteigerprogrammen. Auf diese Weise hast Du auf alle Fälle einen Ansprechpartner, mit dem Du die konkrete Situation besprechen kannst. Oft ist zweifelhaft, ob Dein Kind schon Nazi ist oder erst zum Nazi wird. Wie rechtsextrem Jugendliche eingestellt sind, lässt sich oft von außen schwer ablesen. Deshalb ist professionelle Hilfe wichtig, um die wenigen Zeichen nach außen möglichst gut einordnen zu können.

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