Konzentrationsprobleme bei Jugendlichen – Pass doch mal auf

Konzentrationsprobleme bei Jugendlichen - Pass doch mal auf

Konzentrationsprobleme bei Jugendlichen – Pass doch mal auf

Wenn die Schulnoten rapide in den Keller rutschen, sind viele Eltern in Alarmbereitschaft. Unkonzentriertheit nimmt unter Jugendlichen zu. Doch was sind die Gründe dafür und wie lässt sich die Konzentration wieder steigern? In diesem Ratgeber erfährst du alles Wissenswerte über Konzentrationsprobleme bei Jugendlichen.

 

Wie äußern sich Konzentrationsprobleme bei Jugendlichen?

Ist der Teenager unkonzentriert, zeigt sich dies häufig erst anhand der schlechter werdenden Leistungen in der Schule. Doch meistens lässt sich das Problem viel früher erkennen.

Wenn Jugendliche nicht bei der Sache sind oder in Träumereien verfallen. Viele Eltern haben dabei das Gefühl, dass der Nachwuchs nicht zuhört, beziehungsweise Gesprochenes nur lückenhaft verarbeitet werden kann.

Unkonzentriertheit lässt sich aber auch häufig daran erkennen, dass Jugendliche bestimmte Beschäftigungen frühzeitig abbrechen, um zu spannenderen Themen zu wechseln.

 

Konzentrationsprobleme bei Jugendlichen durch zu viel “Input”

Und dabei handelt es sich zugleich um das relevanteste Ursache: Im Zeitalter der digitalen Kommunikation ist es normal jeden Tag zahlreiche Bilder zu verarbeiten. Unsere Augen bekommen aber erst seit ca. 100 Jahren realistische Bilder in Form von Fotos zu sehen.

Alles was wir mit unseren Augen sehen können, stuft unser Gehirn als “nicht weit weg” ein. Sonst könnten unsere Augen das Bild schließlich nicht erfassen. Das menschliche Gehirn ist also jeden Tag damit beschäftigt Bilder zu verarbeiten und geht davon aus, dass all dies um uns herum passiert. Und dabei scheint jedes Bild und jedes Video interessanter als das andere zu sein.

Die Folge: Es wird zum nächsten Video gewechselt, welches auch nicht lange unterhalten kann. Wir haben also verlernt auszuhalten. Betroffene Jugendliche müssen lernen, auch weniger spannende Beschäftigungen wie zum Beispiel Hausaufgaben auszuhalten.

 

Wenn regelmäßiges Zocken Konzentrationsprobleme herbeiführt

Früher sind wir als Kinder noch vor die Haustür gegangen, um draußen kreativ zu sein. So viel Auswahl gab es nicht, weshalb man sich im Kollektiv für die Klassiker entschieden hat:

  • Fußball spielen
  • Fahrradfahren
  • Kastanien zum Basteln sammeln etc.

Inzwischen gehen die Kids vor die Tür, um Pokémon zu sammeln. Digital, versteht sich. Dabei scheint die Konzentration nicht verloren zu gehen. Diese wird einfach nur fehlgelenkt: Die gesamte Konzentration wird auf das Spiel gerichtet, während die Umgebung fast vollständig ignoriert wird.

Hier kann die Unkonzentriertheit nicht nur zum Problem sondern auch lebensgefährlich sein. Zum Beispiel beim Überqueren einer Straße, wo die Augen stets auf das Display des Smartphones gerichtet sind. Aufpassen? Fehlanzeige! Konzentrationsprobleme können aber auch eine Folge von Unterforderung sein.

Wenn der Teenager sich im Unterricht langweilt, fliegen die Gedanken schnell mal im Raum umher. Daraus resultieren schlechte Noten, obwohl der Betroffene mit umfangreichem Wissen beeindrucken könnte.

 

Wie kann eine Therapie aussehen?

Wichtig ist, dass auf die Gabe von Arzneimitteln verzichtet wird, da diese oft mit Nebenwirkungen einhergehen und im schlimmsten Fall sogar das Gegenteil bewirken können. Viele Kinder mit Aufmerksamkeitdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) werden mit dem Amphetamin Ritalin behandelt.

Sofern es sich bei den Konzentrationsstörungen eurer Teenager nicht um eine Erkrankung handelt, kann die Konzentration wieder neu erlernt werden. Welche Übungen dafür in Frage kommen, hängt von den jeweiligen Vorlieben ab. Um euer Kind zum Aufpassen zu animieren, solltet ihr deshalb Übungen wählen, welche auch wirklich Spaß machen.

Ein Therapieansatz könnte sein, die Spaßbringer langsam zu reduzieren und Stück für Stück durch nicht so spannende Beschäftigungen auszutauschen. Denn wenn der Teenager erst einmal unkonzentriert ist, könnte es schwierig werden, das Aufpassen schmackhaft zu machen.

 

Aufpassen? Nur ohne Smartphone möglich!

Wer unkonzentriert ist, lässt sich zu schnell ablenken. Von allem, was interessanter ist, als die aktuelle Aufgabe. Wenn ihr also Übungen gefunden habt und mit dem Training beginnt, solltet ihr darauf achten, dass alle Ablenkungen vorübergehend eliminiert werden.

Das gilt besonders für das Smartphone, welches uns ständig suggeriert, dass wir etwas Wichtiges verpassen, wenn wir nicht oft genug draufschauen.