Was tun, wenn Impotenz die Familie zerstört?

Was tun, wenn Impotenz die Familie zerstört?

Was tun, wenn Impotenz die Familie zerstört?

Sex ist heutzutage kein Tabu mehr – außer es geht um Impotenz. Bei diesem Thema schweigen vor allem Männer. Dabei bedeutet die Erektile Dysfunktion (ED) – der medizinisch korrekte Name dieser Störung – nicht nur einen Schock im Bett für den Mann selbst, sondern kann unter Umständen die ganze Familie zerstören.

 

Was ist eine ED?

Von einer Erektilen Dysfunktion (ED) wird gesprochen, wenn es für den Mann über einen längeren Zeitraum nicht möglich ist, eine für den befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bekommen und aufrechtzuerhalten. ED wird umgangssprachlich auch als Impotenz oder Potenzstörung bezeichnet, doch sind diese Begriffe unpräzise, weil sie auch andere Störungen, wie zum Beispiel vorzeitigen Samenerguss oder Unfruchtbarkeit, beinhalten.

Gründe für eine Erektile Dysfunktion gibt es viele:

  • Rauchen
  • Drogen- oder Alkoholkonsum
  • Psychischer Stress
  • Bluthochdruck
  • Operative Eingriffe
  • Depressionen
  • Testosteronmangel
  • Krankheiten wie z. B. Diabetes

Auch das Alter spielt eine Rolle. Eine von der Universität Köln im Jahr 2000 durchgeführte Umfrage zeigte das Ausmaß der Störung im Alter. Hatten nur 2.3 Prozent der 30- bis 39-Jährigen und 9,5 Prozent der 40- bis 49-Jährigen damit zu kämpfen, waren es in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen schon 15,7 Prozent. In der Gruppe zwischen 60 und 70 Jahren litten bereits 34,4 Prozent an ED, bei den 70- bis 80-Jährigen 53,3 Prozent.

 

Ein Problem, das auch die Partnerin betrifft

Viele Frauen sehen in der Erregung des Mannes eine Bestätigung für ihre eigene Attraktivität. Deshalb bedeutet keine Erregung für sie erst einmal: Ich bin nicht mehr anziehend für ihn. Auf der anderen Seite ist für die meisten Männer das Ausbleiben einer Erektion ein Zeichen von Versagen und Scheitern. Die ED ist ein so vielschichtiges Problem, dass die wenigstens gleich bereit sind tiefer zu graben und darüber zu sprechen.

Aber durch das Schweigen ist die Beziehung mittel- bis langfristig zum Scheitern verurteilt. Kommunikation ist das A und O, gerade bei diesem Problem. Dabei ist es wichtig, als Partnerin nur über das eigene Empfinden zu sprechen und jegliche Art von Vorwurf zu unterlassen. Ein von Selbstzweifeln und Versagensängsten geplagter Mann zieht sich sonst schnell komplett zurück.

Unter Umständen ist eine Paartherapie hilfreich, nachdem beim Urologen und eventuell auch Psychologen die Ursachen der ED festgestellt wurden. Dadurch kann man vermeiden, dass die Beziehung eine ungewollte, negative Dynamik entwickelt, die letztlich dazu führt, dass man sich auseinanderlebt.

 

Sex allein ist nicht alles

Eine Erektile Dysfunktion frustriert beide Partner. Kommt dazu noch ein Mangel an Kommunikation hinzu, ist das Ende vorprogrammiert. Man trennt sich, die Familie zerbricht. Um das zu verhindern, gibt es ein einfaches, aber wirkungsvolles Rezept: Reden, reden, reden!

Liegen keine gravierenden organischen Ursachen zugrunde, kann eine ED auch durch Potenzmittel, zumindest zeitweise, behoben werden. Sogenannte PDE-5-Hemmer helfen dabei, eine stabile Erektion zu bekommen und auf diese Art wieder ein erfülltes Sexualleben genießen zu können.

Aber auch ohne Erektion: Der Geschlechtsakt ist viel mehr als das rein-raus des Penis und viele Paare haben nach der Diagnose sogar ein erfülltes Liebesleben. Akzeptieren Sie mutig die Veränderung und suchen Sie sich Hilfe und Rat von Experten oder anderen Paaren, die mit dieser Störung leben.

Nicht nur der Partner oder die Partnerin, auch die Kinder werden es ihnen danken.