Mit Schulangst von kleinen und großen Kindern umgehen

Mit Schulangst von kleinen und großen Kindern umgehen

Mit Schulangst von kleinen und großen Kindern umgehen

Am ersten Schultag sind die meisten Kinder aufgeregt. Der Ernst des Lebens beginnt, viele fremde Menschen und Veränderungen erwarten unseren Nachwuchs. Aber auch für die Älteren ist es nicht immer leicht, nach den Ferien wieder in den Maloche-Alltag einzusteigen. Steht dann noch ein Schul- oder Klassenwechsel bevor, ist die Gefühlswelt in Aufruhr: Nervosität und Neugier zugleich fahren Achterbahn.

Veränderte Lebenssituationen oder Eingliederungen in neue Gruppen führen sowohl bei Erwachsenen als auch Kindern zu innerlicher Unruhe. Psychologen werten dies bis zu einem bestimmten Grad als normal. Ängste vor allem Unbekannten liegen in unserer Natur. Es ist eine Art automatische Schutzfunktion, denn unsere Aufmerksamkeit sowie Leistungsstärke steigt dadurch an. Halten sie sich in Grenzen und lassen mit der Zeit nach, brauchen sich Eltern keine Gedanken um ihren Nachwuchs zu machen. Arten die Angstgefühle der Kinder jedoch in Panik aus oder verringern sich nicht, ist Hilfe angesagt.

Es gibt keine offiziellen Zahlen, wie viele Kinder in Deutschland von Schulangst betroffen sind. Geschätzte fünf Prozent sollen es laut Experten sein, die wenigstens einmal im Verlauf der Gesamtschulzeit darunter leiden. Generell wird vermutet, dass sich jedes dritte Kind vor einem Versagen in seiner Lehranstalt fürchtet. Für schwierige Situationen häufig verantwortlich sind

  • Einschulung,
  • Schulwechsel, insbesondere von der Grundschule zur weiterführenden Bildungsstätte,
  • Pubertät.

 

Motivation von Schulanfängern

Unsere Jüngsten erscheinen zwar häufig bereits mit etwa sechs Jahren äußerst selbstbewusst, jedoch steckt eine zarte Seele in ihnen. Damit eventuelle Ängste in den Hintergrund treten, sollte der erste Schultag möglichst entspannt und fröhlich über die Bühne gehen. Die Schultüte, die seit Anfang des 19. Jahrhunderts unsere Kinder bei der Einschulung begleitet, gehört in jedem Fall dazu. Damals hieß sie noch Zuckertüte und enthielt in der Regel ausschließlich leckere Süßigkeiten. Vor gut 200 Jahren waren Bonbons, Schokolade und Co. noch eine Seltenheit in den Geschäften und stellten etwas ganz Besonderes dar.

Heute liegt die Tendenz für den Inhalt mehr auf praktischen Dingen. Dazu gehören neben Trinkflasche und Brotdose unter anderem Bleistifte, Schreibblöcke, Hefte, Spitzer sowie Radiergummis. Bestenfalls informieren sich Eltern zuvor bei der betreffenden Schule über die notwendige Erstausstattung.

Es ist wichtig, dass das Kind alles dabei hat – ansonsten wird es schnell unsicher, was die Nervosität noch verstärkt und zu größerer Angst führt. Weitere Überraschungen in der Schultüte können ein persönlicher Glücksbringer, das Lieblingskuscheltier sowie ein Spielzeug sein. Besonders sinnvoll ist das Einpacken eines kleinen Balles, Springseils oder elastischen Bandes für Gummitwist. Sie eignen sich perfekt für ein kleines gemeinsames Pausenspiel mit anderen Kindern – ein guter Weg, um erste Kontakte zu knüpfen.

 

Ursachen für Schulangst

Während unsere Jüngsten vermehrt von sozialen Ängsten betroffen sind, ist bei älteren Kindern oft das zu hohe Anspruchsdenken der Auslöser für Bangigkeit und Furcht. Es ist bekannt, dass der Leistungsdruck an deutschen Schulen immer weiter ansteigt. Darüber hinaus geht dieser teilweise auch von den Eltern aus.

Je stärker er ist, desto schwieriger wird es, diesem standzuhalten. Jüngerer Nachwuchs ängstigt sich hingegen häufiger vor dem Kennenlernen der ihnen fremden Mitschüler und Mobbing, das leider in vielen Fällen der Auslöser für Schulangst ist. Weiterhin spielen teilweise auch andere Faktoren eine Rolle: Trennung der Eltern, Umzug in eine neue Stadt oder Krankheit lösen gleichfalls Unsicherheiten aus, die in Angstgefühlen ausarten können.

Was tun bei Angst vor dem Schulbesuch?

Wird die Schulangst zu einem dauerhaften Problem, sind in erster Linie die Eltern gefragt. Sie sollten zum Beispiel

  • mit ihren Kindern intensiv über den Schulalltag sprechen;
  • ihre Liebe zum Nachwuchs betonen, die völlig unabhängig von den Leistungen ist;
  • immer wieder die Stärken ihrer Jüngsten hervorheben;
  • die Schule zuhause nicht zum Hauptthema machen;

Gespräche über die Schulangst finden am besten in einer vertrauten Umgebung statt. Mutter und Vater helfen, indem sie ihre Kinder unterstützen, sich dem Problem zu stellen und es nicht zu verdrängen. Verständnis sollte zum Ausdruck kommen, jedoch ohne ein Drama daraus zu machen. Schwierige Situationen können gemeinsam durchgespielt werden – der Nachwuchs erhält dadurch mehr Sicherheit, die ihm innere Stärke verleiht. Gleich, in welchem Alter sich die Kinder befinden, Schulangst sollte man immer ernst nehmen. Stoßen Eltern an ihre Grenzen und wissen nicht mehr weiter, kann das Aufsuchen eines Psychologen hilfreich sein.