Selbstständigkeit und Minijob: Tipps für Familien 

Selbstständigkeit und Minijob: Tipps für Familien 

Selbstständigkeit und Minijob: Tipps für Familien

Beruf und Familienleben zu vereinbaren, ist eine Herausforderung. In jedem Fall braucht es eine gute Kinderbetreuung, um diesen Spagat zu meistern. Aber selbst mit Kindergartenplatz oder Tagesmutter stoßen Eltern spätestens mit der Erkältungssaison im Herbst und Winter oft genug an ihre Grenzen. Ein flexibles und dennoch einträgliches Arbeitsmodell, wie es die Kombination aus Selbstständigkeit und Minijob gewährt, kann in diesem Fall von Vorteil sein.

Zwei von drei Müttern erwerbstätig

In Haushalten mit einem Elternteil stellt sich die Frage danach, wer das Geld verdient, meist gar nicht erst. Auch in anderen Familien setzt die finanzielle Situation oft voraus, dass beide Eltern arbeiten. Das kann schwierig sein. Vor allem, wenn der weitere Familienkreis in Form von Großeltern, Tanten und Onkel nicht vor Ort ist und unterstützen kann, ist ein möglichst flexibles Arbeitsmodell gefragt. Meist arbeiten in einem solchen Fall noch immer die Frauen weniger als die Männer, um ausreichend Flexibilität zu gewährleisten.

Das Modell, Mama bleibt zu Hause und Papa arbeitet, leben nur noch 26 % der Familien in Deutschland. Aktuell arbeiten zwei von drei Müttern. Allerdings arbeitet ein Großteil dieser Mütter in Teilzeit. Bei 65 % der erwerbstätigen Paare mit Kindern arbeiteten 2022 die Väter in Vollzeit und die Mütter haben eine Teilzeitanstellung. Bei 27 % der erwerbstätigen Paare arbeiten beide Eltern Vollzeit.

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Flexibilität besonders wichtig für Familien

Besonders wichtig ist für erwerbstätige Eltern die Flexibilität im Job. Flexibilität ermöglicht es den Eltern, Zeit für ihre Kinder, Freizeit und persönliche Bedürfnisse zu finden, ohne dabei ihre berufliche Karriere zu vernachlässigen. Ebenso können sie besser unvorhergesehenen Ereignissen wie Kitaschließungen, Krankheiten der Kinder oder wichtigen familiären Angelegenheiten entgegentreten. Flexible Arbeit ermöglicht es, schnell auf solche Situationen zu reagieren, ohne dass der Job darunter leidet. Die Möglichkeit, die Arbeitszeiten anzupassen oder gelegentlich von zu Hause aus zu arbeiten, kann damit auch Stress reduzieren und den Alltag entspannter werden lassen. Flexibilität in der Arbeit kann erwerbstätigen Eltern die Möglichkeit bieten, ihre Karriere voranzutreiben, indem sie Weiterbildungen und berufliche Entwicklungen in Einklang mit ihren Familienverpflichtungen bringen.

Flexibilität durch die Kombination aus Selbstständigkeit und Minijob

Viele Arbeitgeber stellen sich mittlerweile darauf ein, dass ihre Arbeitnehmer mit Kindern sich nicht auf eine Hausfrau oder einen Hausmann im Hintergrund verlassen können und kommen ihren Mitarbeitern mit Gleitzeitmodellen, Remote-Office und anderen Optionen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf entgegen. Doch nicht in jeder Berufssparte ist das möglich und Eltern müssen oft ganz eigene Wege finden, um im Alltag Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen – dies gilt vor allem, wenn mindestens ein Elternteil selbstständig ist. Ein Weg kann die Kombination aus Selbstständigkeit und Minijob sein. Diese Kombination kann auf unterschiedliche Weise Sinn machen, damit die Familie finanziell gut aufgestellt und zugleich flexibel ist.

Einer bleibt zu Hause, einer arbeitet mehr

Ein Minijob kann beispielsweise von einem in Vollzeit selbstständig arbeitenden Elternteil als zusätzlicher Job zur Aufstockung des Familieneinkommens angenommen werden. Bei diesem Modell trägt ein Elternteil die komplette finanzielle Verantwortung und kümmert sich in erster Linie um seine Arbeit, während der andere Elternteil sich überwiegend um Kinder und Haushalt kümmert. Dieses Modell hat den Vorteil, dass sich nur selten die Frage stellt, wer zu Hause bleibt, wenn das Kind krank ist und wer gerade die wichtigeren Termine hat. Der Nachteil bei diesem Modell besteht darin, dass die Verantwortungsbereiche einseitig verteilt sind und ein Elternteil komplett finanziell abhängig ist.

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Selbständig in Mutterschutz und Elternzeit

Auch Mütter, die nicht in einem Angestelltenverhältnis, sondern selbstständig arbeiten, haben ein Anrecht auf Elternzeit und auch auf Mutterschutz, sofern sie freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind. In vielen Fällen kann allerdings zumindest die Elternzeit bei Selbstständigen nicht so einfach in Anspruch genommen werden. In manchen Berufssparten kann man für die Zeit der Elternzeit auch in der Selbstständigkeit auf eine Vertretung setzen. Doch wenn es nicht so leicht möglich ist, sich vertreten zu lassen, würde die Elternzeit den Verlust von Aufträgen und Kunden bedeuten. Daher arbeiten viele Selbstständige auch während der Elternzeit und nehmen entsprechende Kürzungen beim Elterngeld in Kauf.

Wiedereinstieg mit Minijob

Wer sich in der Elternzeit ausschließlich um Kind und Haushalt kümmert und die selbstständige Tätigkeit nach der Elternzeit wieder aufnimmt, kann ebenfalls mit dem Modell Selbstständigkeit und Minijob gut fahren. Durch den Minijob hat man eine finanzielle Basis. Mit diesem finanziellen Backup kann man ganz in Ruhe die Selbstständigkeit erneut aufbauen und ausbauen. Auf diese Weise ist es auch möglich, dass der selbstständig tätige Elternteil über einen längeren Zeitraum – sprich, solange die Kinder klein sind – der Selbstständigkeit mit reduzierten Stunden nachgeht, zugleich einen festen monatlichen Betrag mit dem Minijob verdient und flexibel bleibt, während der andere Elternteil einen normalen Vollzeitjob ausübt oder ebenfalls mit reduzierten Stunden arbeitet.

Die Kombination aus Selbstständigkeit und Minijob gewährt Flexibilität. Um mit dem Modell wirklich gut zu fahren und ausreichend Geld zu verdienen, sollte man allerdings die steuerrechtlichen und juristischen Aspekte kennen. Der Minijob ist bis zur Grenze von aktuell 520 € (Stand 2023) im Monat steuer- und abgabenfrei. Selbstständige zahlen die Beiträge zur Krankenversicherung selbst – auch mit Minijob als Zusatzjob.

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Catrin ist eine erfahrene Autorin und passionierte Expertin für Elternschaft und Familienleben. Als Mutter selbst kennt sie die Herausforderungen und Freuden des Elternseins aus erster Hand und bringt ihre persönlichen Erfahrungen in ihre Arbeit ein. Ihre einfühlsame Art, ihr fundiertes Fachwissen und ihr breites Spektrum an Themen machen sie zu einer idealen Autorin für eltern-heute.de. Catrins Artikel zeichnen sich durch Empathie, Verständnis und praktische Ratschläge aus, die Eltern auf ihrem Weg unterstützen und inspirieren. Mit ihr an Bord können wir sicher sein, dass unsere Leser stets hochwertige und relevante Inhalte erhalten, die sie in ihrem Familienleben bereichern.