Kinderkrippe: Vor- und Nachteile

Kinderkrippe: Vor- und Nachteile

Kinderkrippe: Vor- und Nachteile

Rabenmutter oder Glucke, Karrierist oder Übervater: Wie wir unseren Nachwuchs auch erziehen, es wird immer kritische Stimmen hageln. Vor allem aber die Für und Wider einer frühkindlichen Betreuung in einer Krippeneinrichtung werden kontrovers diskutiert – wohlgemerkt auch von Nicht-Eltern…

 

Wir sind nicht alle gleich

Daher lässt sich kaum eine pauschale Aussage zu den Auswirkungen einer frühkindlichen Betreuung treffen. So wie bei fast allem auf der Welt, kommt es auf unterschiedliche Kriterien an. In diesem Falle auf die Lebensumstände der betroffenen Familien.

Dennoch lassen sich einige pauschale Aussagen treffen, die durch wissenschaftliche Studien ebenso untermauert sind wie durch Erfahrungsberichte Betroffener. Werfen wir also einmal im Detail einen Blick darauf, ob, ab wann und inwiefern Ihr Kind von einem Platz in einer Kinderkrippe profitiert.

 

Status quo

So vehement teilweise die Anklagen gegenüber Eltern, die ihren Nachwuchs bereits Wochen nach der Geburt in eine Kinderbetreuung geben, so gering die Anzahl derjenigen, gegen die sich die Kritik richtet: Weniger als zwei Prozent aller unter Einjährigen wurden im Jahr 2020 bundesweit außerhäuslich betreut. Mit Vollendung des ersten Lebensjahres steigt der Satz allerdings rapide auf 37,5 % an, und ab diesem Zeitpunkt nimmt die Inanspruchnahme von Kindertagesstätten bis zur Einschulung kontinuierlich zu – weniger als zehn Prozent aller Sechsjährigen gehen direkt von Zuhause aus in die erste Klasse.

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So schlecht kann sie also nicht sein, die Betreuung durch ausgebildete, leidenschaftliche und erfahrene Fachkräfte? Oder machen die meisten von uns einfach alles falsch? Natürlich gibt es auch Studien zur frühkindlichen Entwicklung und den Unterschieden zwischen Mama und Papa, Erzieherin und Erzieher. Danach gilt grundsätzlich:

 

Auf die Eltern kommt es an

Krippen beeinträchtigen in keinem Fall die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind, solange sie ihm zu ihren gemeinsamen Stunden ihre volle Aufmerksamkeit schenkt. Selbst bei einer ganztägigen Betreuung in einer Kinderkrippe nimmt das Elternhaus noch immer den stärksten Einfluss auf die körperliche und emotionale Entwicklung der Kleinen.

In anderen Worten: Auf die Qualität kommt es an. Und zwar die zu Hause sowie die in der Kita.

Wie viele Kinder werden in einer Gruppe betreut? Werden kognitive Fähigkeiten und soziale Verhaltensweisen ausreichend gefördert?

Können sich Eltern ihrem Kind tagsüber voll und ganz widmen, stehen Großeltern zum Babysitten zur Verfügung, möchten Eltern Vollzeit arbeiten, ist ein Homeoffice denkbar?

Kinder mit sozial schwächer gestellten Eltern ohne Kenntnisse der deutschen Sprache können von den Fähigkeiten gut ausgebildeter Fachkräfte profitieren, Einzelkinder aus Haushalten mit zwei Vollzeit arbeitenden Eltern erlernen den Respekt gegenüber Erziehungspersonen und finden Anschluss an Gleichaltrige.

Kommt das Kind hingegen aus einem umsorgenden Elternhaus, fördern Mutter und Vater die motorischen, mentalen und sozialen Fähigkeiten ihres Kindes und steht dem ausschließlich ein Platz in einer fast überfüllten Kita zur Verfügung, ist das Kind zu Hause sicher besser aufgehoben.

Werfen wir einen allgemeinen Blick auf die Plus- und Schwachpunkte einer Krippe:

Vorteile einer Kinderkrippe

  • In einer Kinderkrippe arbeiten pädagogisch ausgebildete Erzieher und Erzieherinnen.
  • Der Tagesablauf ist strukturiert.
  • Das Kind erlernt die Einhaltung von Normen und Regeln.
  • Der Umgang mit anderen Kindern stärkt sozialen Kompetenzen.
  • Die Anzahl der Spielmaterialien und Möglichkeiten zur Bewegung auch im Freien sind in der Regel größer als im Elternhaus.
  • Verbessertes Verständnis von Schrift und Zahlen bei der Einschulung.
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Nachteile einer Kinderkrippe

  • Der derzeitige Betreuungsschlüssel in Deutschland erreicht nicht das Ideal – statt empfohlenen drei Kleinkindern umsorgt ein Erzieher im Durchschnitt derzeit sechs bis sieben Kinder.
  • Eine individuelle Intensivbetreuung kann so nicht garantiert werden.
  • Eine sehr frühe Tagesbetreuung außer Haus kann im Teenageralter zu Konflikten mit Respektpersonen führen.

 

Was will das Kind?

Bei all dem sollten wir die Hauptperson in der Frage nach der Betreuung in einer Kinderkrippe nicht vernachlässigen. Natürlich wird sich Ihr Kind bis zu einem Alter von zwei Jahren nicht verbal dazu äußern können. Doch von Beginn an haben Sie das Gespür dafür, ob Ihr Nachwuchs neugierig ist auf fremde Personen oder schüchtern.

Denken Sie auch daran: Nichts ist in Stein gemeißelt! Geben Sie Ihr Kind in eine Betreuung und bemerken Sie nach einigen Monaten, dass es unglücklich ist, schmieden Sie einen Plan B. Das Wohl des Kindes steht im Vordergrund! Im Regelfall allerdings sind Kinder gerne mit Gleichaltrigen zusammen und genießen die Stunden in einer Kinderkrippe.

Was ist möglich?

Seit 2013 haben Kinder im Alter von einem bis zu drei Jahren in Deutschland Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Ob Sie ihn in Anspruch nehmen, hängt auch von Ihrer beruflichen Situation ab. Die Kosten für einen Platz schwanken abhängig vom Wohnort, Ihrem Einkommen und der Krippe zwischen null und sechshundert Euro monatlich. Durch das von der Bundesregierung gewährte Elterngeld sind es allerdings selten rein finanzielle Gründe, möchten Eltern ihre Arbeit so schnell wie möglich wieder aufnehmen.

Image by Holger Grybsch from Pixabay
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