Das erste Zahnen beim Baby – ein Wissensratgeber für Eltern

Zahnen Baby

Das erste Zahnen beim Baby – ein Wissensratgeber für Eltern

Mit Wissen kommst Du souverän durch die aufregende Anfangszeit mit Deinem Baby. Hier erfährst Du alles Wichtige zum Zahnen – wann geht es los, was bedeutet das für Dein Baby und was kannst Du tun, um ihm bei Beschwerden zu helfen.

„Das sind bestimmt die Zähne!“ Gerne wird das erste Durchbrechen der Milchzähne für jede Befindlichkeitsänderung beim Säugling verantwortlich gemacht. Was erfahrene Eltern nicht mehr groß beeindruckt, sorgt gerade bei jungen Eltern oft für Verunsicherung. Doch Zahnen beim Baby ist ein ganz natürlicher Prozess und bald schenkt auch Dein Kind Dir ein Lächeln mit dem Aufblitzen seines ersten, strahlend weißen Milchzahns.

Woran erkenne ich, dass mein Baby zahnt?

Es ist allgemein bekannt, dass Zahnen den Kindern wehtut. In den meisten Fällen stimmt das, auch wenn Schmerzen keineswegs immer auftreten müssen. Da ein Säugling Dir nicht direkt sagen kann, was ihm fehlt, ist dieses Wissen erstmal wenig hilfreich. Vielmehr sind es seine veränderten Verhaltensweisen, über die es Dir deutlich macht, dass der erste Milchzahn unterwegs ist. Beobachte Dein Baby genau, ob Du nicht einige oder alle der folgenden Anzeichen für den beginnenden Durchbruch der Milchzähne entdeckst.

Ein wichtiger, erster Hinweis ist oft, dass Säuglinge beim Zahnen verstärkt sabbern. Zum Teil ist der Speichelfluss sogar erheblich erhöht, so dass ein Halstuch hilfreich sein kann, um die Halsfalten trocken und sauber zu halten. Durch den Speichel kann sich die empfindliche Babyhaut um den Mund herum entzünden. Trockne die Haut daher vorsichtig ohne Reiben ab und verwende eine geeignete Pflege. Falls Du unsicher bist, kannst du immer Deine Hebamme oder Kinderarzt:ärztin nach einem geeigneten Präparat fragen.

Das vermehrte Herumkauen auf Gegenständen oder den eigenen Händen kann ebenfalls auf das Zahnen beim Baby hindeuten – so Zahnarzt Dr. Seidel in unserem Gespräch

Wenn ein Milchzahn sich an die Oberfläche vorarbeitet, kommt es häufig zu einer Schwellung und Rötung des Zahnfleischs. Ein unruhiges Baby, das schlecht schläft und weniger Lust zu trinken hat, sind meist die Folge. Die Kinder sind besonders anhänglich in dieser Zeit, was eine ganz natürliche Reaktion des Säuglings auf eine unbekannte Situation ist.

Häufig kannst Du beobachten, dass ein zahnendes Baby warme und gerötete Wangen hat.

Allerdings gibt es auch Kinder, die völlig ohne Beschwerden ihre Milchzähne bekommen. Babys sind zum Glück alle verschieden und so erlebt jedes Kind das Zahnen auf seine Weise. Am besten vertraust Du Deinem eigenen Gefühl und achtest auf die Signale, die Dein Kind Dir gibt.

Sobald der erste Milchzahn durchgebrochen ist, kannst du ihn mit der Fingerkuppe im Mund Deines Babys ganz leicht ertasten. Zudem verrät er sich durch ein immer deutlicher hervortretendes, weißes Schimmern.

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Wann bekommt ein Baby die ersten Zähne?

Bei den meisten Kinder beginnt das Zahnen um den 6.Lebensmonat. Hierbei handelt es sich nur um einen ungefährer Richtwert. Auch früher oder später kann sich der erste Milchzahn zeigen. Was dabei genau das Durchbrechen der Milchzähne auslöst, ist bis heute unbekannt.

Kann ein Baby bereits mit 3 Monaten Zahnen?

Es ist durchaus möglich – wenn auch selten – dass bereits ein 3 Monate altes Baby zahnt. Auf der anderen Seite kann der erste Milchzahn auch bis zum 1.Geburtstag auf sich warten lassen. Beides ist völlig normal und sollte Dich nicht beunruhigen.

In welcher Reihenfolge kommen die Zähne beim Baby?

20 Milchzähne bilden das vollständige Gebiss eines Kindes. Ein paarweises Durchtreten der Zähne ist dabei typisch. Meist startet das Zahnen beim Baby mit den unteren, mittleren Schneidezähnen. Anschließend zeigen sich die mittleren oberen Schneidezähne. Eine gewisse Symmetrie beim Durchtritt der Milchzähne setzt sich in den allermeisten Fällen fort. So folgen die oberen und unteren seitlichen Schneidezähne. Die ersten Backenzähne kommen oft um den ersten Geburtstag hinzu und werden gefolgt von den Eckzähnen. Zum zweiten Geburtstag zeigen sich abschließend die zweiten Backenzähne. An dieser Stelle hat Dein Baby es geschafft und das Milchgebiss ist komplett. Eine gute und geeignete Zahnpflege bei Kindern und deinem Baby wird dafür sorgen, dass die Milchzähne lange gesund bleiben.

Wie lange dauert das Zahnen bei Babys?

Das Durchtreten eines einzelnen Milchzahns dauert im Schnitt 8 Tage, wobei die Beschwerden vor allem um den 5.Tag dieser Zeitspanne am stärksten sein können. Anschließend werden sie dann wieder weniger. Da der Startpunkt bei allen Kindern unterschiedlich ist, verändert sich entsprechend auch der Zeitpunkt, an dem das Zahnen beim Baby endet. Bis zum 3.Geburtstag sollte Dein Kind alle Milchzähne bekommen haben.

Welche Zähne tun Babys beim Zahnen am meisten weh?

Schmerzen müssen nicht jeden Milchzahn begleiten und wenn sie auftreten, müssen sie nicht immer stark sein. Bei den Eckzähnen hat sich aber gezeigt, dass sie am häufigsten beim Zahnen stärkere Schmerzen auslösen. Auch der Durchtritt der Backenzähne geht typischerweise mit Schmerzen einher. Möglich sind Beschwerden leider bei jedem Milchzahn.

Warum fiebern Kinder beim Zahnen?

Durch wissenschaftliche Studien hat sich gezeigt, dass das „Zahnfieber“ ein Mythos ist. Als Begleiterscheinung des Zahnens wurde lediglich eine leichte Temperaturerhöhung beobachtet. Stattdessen wurde festgestellt, dass ein fieberhafter Infekt dazu führt, dass sich der nächste Milchzahn auf den Weg macht. Es ist also umgekehrt das Fieber bringt die Zähne mit hervor.

Sollte Dein Kind hohes Fieber bekommen, ist dementsprechend nicht das Zahnen verantwortlich. Lasse die Ursache in solch einem Fall besser vom Kinderarzt:ärztin abklären.

Was kann ich tun, um meinem Baby beim Zahnen zu helfen?

Zahnen ist ein ganz natürlichen Vorgang, der von selbst beginnt und auch wieder endet. Hat Dein Kind Beschwerden, ist es aber natürlich und verständlich, dass Du ihm beistehen willst. Gerade ein Säugling kann den Grund für die Missempfindungen im Mund noch nicht begreifen. Durch Körperkontakt gibst Du Deinem Baby Geborgenheit und Trost.

Zusätzlich kannst Du die folgenden Methoden ausprobieren und beobachten, was Deinem Kind gut tut:

  • ein (gekühlter) Beißring
  • Karotten- oder Gurkenstück aus dem Kühlschrank
  • Veilchenwurzel
  • Massage des Zahnfleischs mit dem Finger
  • Zahnungsgel

Zahnen beim Baby ist auch für die Eltern eine aufregende Zeit. Gönn Dir daher Ruhe und sei versichert, auch Dein Baby wird diese Phase bald geschafft haben!