Kindererziehung: So wichtig ist Lesestoff für die Entwicklung

Kindererziehung: So wichtig ist Lesestoff für die Entwicklung

Kindererziehung: So wichtig ist Lesestoff für die Entwicklung

Einige finden es altmodisch, trotzdem trägt kindgerechter Lesestoff aus pädagogischer Sicht auch heute noch zu einer ganzheitlichen Entwicklung bei. Je früher man die Kleinen mit Kinder- und Jugendbüchern beschäftigt, desto besser. Denn Leseabenteuer gibt es für jedes Alter, jeden Anlass und jeden Entwicklungsstand – ob neu gekauft, aus der Bücherei oder aus zweiter Hand.

Das können Kinder- und Jugendbücher

Laut einer Umfrage der Stiftung Lesen besitzen mehr als zehn Prozent aller deutschen Kinder kein einziges Buch. Vorgelesen wird vielen nur selten oder überhaupt nicht. Als Gründe geben die meisten Eltern an, zu wenig Zeit zu haben. Im Zeitalter der digitalen Medien halten einige Familien Bücher auch für altmodisch. Teils spielen zudem finanzielle Überlegungen eine Rolle. Viele unterschätzen den Beitrag, den kindgerechter Lesestoff zur kindlichen Entwicklung leistet. Nicht nur im Sinne einer Vorbereitung auf die Einschulung. Lesen und Vorlesen hilft dem Nachwuchs auch dabei

  • die Umwelt zu entdecken.
  • Neues zu erleben.
  • sich selbst zu verstehen.
  • Sprachgefühl zu entwickeln.
  • den Wortschatz zu erweitern.
  • Interessen zu bilden und zu fördern.
  • kreativ zu sein.
  • fokussierter und ausdauernder zu werden.
  • soziale Verhaltensweisen zu erlernen.
  • das Gedächtnis zu trainieren.
  • das Vorstellungsvermögen zu stärken.
  • Gefühle und Bedürfnisse zu formulieren.
  • Geborgenheit zu empfinden.
  • die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern.
  • zur Ruhe zu kommen.
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Spartipp

Passend zum Entwicklungsstand ständig neue Bücher zu kaufen, wird für Eltern schnell zur finanziellen Belastung. Eine Alternative zum Neukauf sind Portale wie medimops oder eBay, die qualitätsgeprüfte Kinder- und Jugendbuchklassiker aus zweiter Hand anbieten. Aber auch Online-Anbieter wie buecher.de oder Thalia haben eine Sale-Kategorie, in der regelmäßig Schnäppchen zu finden sind. Dieser Anschaffungsweg hat auch für das Leseerlebnis der Kinder seine Vorteile, denn gebrauchte Bücher haben selbst eine Geschichte und werden als beseelter empfunden. Ob es um den Geruch der Seiten oder das Gefühl beim Blättern geht.

Wann ist welches Kinderbuch die richtige Wahl?

Das Sortiment an Kinder– und Jugendbüchern reicht von Bilderbüchern für die Kleinsten bis hin zu Jugendbuchreihen wie Harry Potter. Nicht nur das Alter spielt bei der Auswahl eine Rolle. Um geeigneten Lesestoff zu finden, sollten Eltern ihren Nachwuchs so genau wie möglich beobachten. Welche Interessen und Stärken haben die Kleinen und wofür lassen sie sich am leichtesten begeistern? Je mehr sich Kinder mit einem Buch identifizieren, desto schneller lernen sie durch den Lesestoff dazu. Hierbei sollten Eltern immer den Entwicklungsstand berücksichtigen. Mit der Buchwahl sollte sich der Nachwuchs weder über- noch unterfordert fühlen. Sobald dies im Bereich der Möglichkeiten liegt, lässt man die Kleinen selbst mitbestimmen, was sie lesen möchten. So sind sie von Anfang an konzentriert und lassen sich besser auf den Inhalt und davon angestoßenen Lerneffekt ein.

Expertenfrage: Ab welchem Alter liest man vor?

Zu klein für vorgelesene Geschichten sind Kinder niemals. Mit dem klassischen Vorlesealter meinen Experten allerdings die Altersspanne zwischen zwei und acht Jahren. Ritualisierte Gute-Nacht-Geschichten vor dem Schlafengehen schaffen die Geborgenheit und Nähe, die Kinder in diesem Alter besonders brauchen.

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Lesen als Erlebnis: Wieso gebrauchte Kinderbücher ein Abenteuer sind

In jedem Kind steckt ein Abenteurer, der die Welt mit Neugier entdeckt. Eben dort setzen gute Kinderbücher an, indem sie den Kleinen Reisen in neue Welten ermöglichen. Beim Vorlesen, gemeinsamen Lesen und Nacherzählen sollte es deshalb nicht einzig und allein um die sprachliche Entwicklung und den tatsächlichen Buchinhalt gehen. Am besten gibt man dem Nachwuchs stets genügend Raum zum Selbstausdruck. Beispielsweise, indem das Kind Vorgelesenes kommentieren, Fragen dazu stellen oder Neues dazu erfinden darf. Idealerweise fühlt sich das Lesen für die Kleinen so wie ein Abenteuer an. An dieser Stelle hat der Gebrauchtkauf von Kinder- und Jugendbüchern seine Vorteile. Denn nicht nur die im Buch erzählte Geschichte bietet viel Raum für die Fantasie. Ein interessanter Ansatzpunkt für die Kreativität ist auch der Hintergrund jener Menschen, die das Buch zuvor in den Händen gehalten haben und vielleicht ihre Spuren darin hinterlassen haben.

Leseratten-Tipp: Auch Bücherei-Ausflüge fördern!

So wie die Entdeckung gebrauchter Kinder- und Jugendbücher in sich ein Abenteuer sein kann, empfinden viele kleine Leseratten auch den Ausflug in Büchereien als abenteuerlich. Beide Möglichkeiten haben Vorteile. Auf die richtige Mischung kommt es an. Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur besitzen die meisten Eltern beispielsweise lieber selbst und können so jederzeit wieder darin blättern. Der Gang in die Bücherei lohnt sich dagegen, um sich nach Inspiration zum Lesen umzusehen, wenn man gerade keine Ideen hat.

Abschluss-Frage: Lieber analog oder digital?

Ohne digitale Medien kommen Kinder im Digitalzeitalter nicht mehr aus. Auch beim Lesen muss nicht komplett auf beliebte Gadgets verzichtet werden. Die Leseerziehung mit rein digitalen Inhalten wie eBooks ist trotzdem nicht empfehlenswert. Sie beraubt den Nachwuchs um die Magie, die analogem Lesestoff im Sinne gebundener Bücher zum Riechen und Anfassen innewohnt. Eltern sollten sich daher um eine ausgewogene Mischung zwischen den beiden Sphären bemühen. Denn Kompetenzen wie Kreativität und Fantasie werden gerade durch die visuelle Statik von bedruckten Bücherseiten angeregt.

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